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Arbeitsverweigerung und die Dritte Republik

07.10.2015 Josef Lentsch

„If something be not done, it will do itself one day, and in a fashion that will please nobody.“ So sprach dereinst Thomas Carlyle, der schottische Essayist und Historiker.

Wer Arbeitsverweigerung betreibt und Notwendiges immer und immer wieder aufschiebt, der muss damit rechnen, dass sich die Arbeit irgendwann auf sehr unschöne Weise selbst erledigt.

Das ist das Gegenteil von Fatalismus, dieser in Österreich gerne gepflegten schulterzuckenden Kann-man-nix-machen Tradition (zuletzt von Christian Rainer im Profil – Blau kommt schicksalhaft): denn das Desaster wird abwendbar -zumindest handhabbar- wenn nur die Arbeit rechtzeitig getan wird.

Und es gibt viel Arbeit zu tun in Österreich.

Stattdessen bilden Rot und Schwarz in ihren verschiedenen Konstellationen auf Bundes- und Landesebene die große Arbeitsverweigerungs-Koalition. Siehe Bildung. Siehe Arbeitsmarkt. Siehe Pensionen. Wo politisches Leadership gefragt ist, steckt man den Kopf in den Sand.

So sandelt die politische Klasse in die Dritte Republik, die sie selbst durch ihre vielen Verschleppungen und Verweigerungen mit geschaffen hat („Willkommen in der Dritten Republik“, titelte Michael Fleischhacker dazu unlängst auf nzz.at). Dass sich die gestrige Garde durch Reibung an der von ihr groß gemachten vorgestrigen Garde retten will, indem sie etwa ein „Duell um Wien“ mit-inszeniert, ist eine Ironie der Geschichte.

Dabei wären viele der so genannten „Protestwähler_innen“ mit einem klaren Leadership abzuholen, das auch ganz ohne starken Mann auskommt. Doch dafür braucht es Mut – Ansprechen der Ängste, vor allem aber: Anpacken der Themen.

Ich für meinen Teil glaube nicht an Schicksal. Ich glaube, dass echte Veränderung nicht nur möglich, sondern dringend notwendig ist. Die nächste Chance dafür gibt es am 11. Oktober in Wien.

  • Smejkal Herbert

    Sollten sich die ehemals „Großparteien“ am derzeitigen Themenbereich (Flüchtlinge) gegenseitig aufreiben, dann wird es möglicherweise (früher als geplant) eine Neuaufstellung (Neuwahlen) geben müssen. Das könnte und sollte eine Stärkung für die NEOS bedeuten. Der Start war gut, nun geht es um die Umsetzng der Themen, welche im Programm der NEOS angekündigt wurden. Ich war in der Vergangenheit „Wechselwähler“, und bin jetzt auf der richtigen „NEOS,-Spur“. Bei der nächsten Nationalratswahl können die NEOS auf meine Stimme zählen!!!