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Bring doch etwas Farbe rein!

Hier bloggt Laura Grill, Teilnehmerin am NEOS Lab Programm #promote16, über das Jahr ihrer größten Entscheidungen und damit Hand in Hand gehenden Veränderungen.

Einige Entscheidungen waren durchaus von mir selbst angepeilt, da der innere Drang nach Veränderung immer lauter zu schreien begann, wiederum andere kommen und kamen aus dem Nichts. Doch sie alle haben eines gemein – sie verändern den Weg zu meinen Zielen.

Ziele können sich im Laufe der Zeit ändern, mal mehr und mal weniger intensiv. Doch irgendwann stellt man sich doch die Frage, ist es das denn überhaupt noch? Das, wo man hinwill, immer schon hinwollte, eben genau DAS, auf das man schon solange hingearbeitet hat? Denn um ehrlich zu sein, wer hat sich denn nicht schon aller selbst sagen hören: „Gut ok, hat eben nicht sollen sein, ach – wer weiß für was es gut ist. Ergibt sich halt was Anderes, was Besseres.“ Ich denke jede Person, die sich selbst nicht völlig aufgegeben hat, hat sich selbst bereits einige Male so bei Laune gehalten. Ist auch durchaus eine sehr hilfreiche und motivierende Phrase, ich gehe sogar soweit und sage, das ist ein wichtiger Satz, den jede Person im persönlichen Repertoire haben sollte.

Doch wo zieht man die Grenze? Wie erkennt man den Unterschied zwischen Akzeptanz auf der einen Seite – man nimmt das Leben wie es kommt, akzeptiert, dass es einen Grund hat weshalb man wiederholt abgebracht wird von dem Weg und Ziel der eigenen Vorstellung und ist offen für neue Wege um am Ende vielleicht sogar glücklicher zu werden, und Eigensabotage auf der anderen Seite – man passt seine Träume und Ziele an die neuen Gegebenheiten an, gibt diese unter Umständen sogar auf und verrät sich am Ende selbst. Im Klartext stelle ich die Frage in den Raum: Wann lohnt es sich zu kämpfen und wann handelt es sich um reine Verbissenheit die mehr zerstört als sie einen vorwärts bringt?

Je öfter ich mir diese Frage stellte, desto stärker kam mir unser 1. Modul in Wien in den Sinn. Wir sprachen darüber, dass sich Ziele während des Jahres verändern können und es daher essentiell ist, sich immer wieder den aktuellen Stand vor Augen zu führen. Daher fing ich an zu überlegen, was genau machte mein vorheriges Ziel aus und inwiefern unterscheidet es sich von der aktuellen Situation. Ich reduzierte es also auf die Kernbestandteile, besser gesagt unterteilte es in die Beweggründe die dahinter steckten. Nach einiger Zeit bemerkte ich, abseits von der reinen schwarz-weißen Denkweise, also erweitert um die vollen Farbfacetten die es da noch so gibt, so weit bin ich gar nicht abgekommen wie anfangs gedacht. Die Umstände sind nun andere und der Weg änderte seine Richtung, doch vom Grundgedanken und den Beweggründen her steht der Kurs noch.

Nach dieser ersten Erkenntnis kam mir ein weiterer Satz, der in unserem Modul gefallen ist, in den Sinn – wer das Ziel nicht kennt, kann den Weg nicht finden. Es geht also gar nicht wie anfangs angenommen um die Frage, wann lohnt es sich zu kämpfen, nein, es geht einzig um eine korrekte Definition des Ziels. Ich habe mein festgelegtes Ziel teilweise mit dem Weg vermischt und da eine unscharfe Trennung vorgenommen,  doch den Weg dorthin kann man nicht planen, voraussagen oder festlegen, das wird sich noch unzählige Male ändern. Das liegt einfach nicht in der eigenen Hand sondern ergibt sich aus unzähligen externen Einflüssen. Aber man kann sein Ziel richtig  determinieren. Abseits vom Weg, rein die Grundgedanken, Beweggründe und Absichten für sich. Wenn dieses Kernstück nach wie vor vorhanden ist, dann kann man definitiv nicht von Eigensabotage reden, denn dann ist man sich selbst treu geblieben und reagiert lediglich auf neue Umstände. An dieser Stelle ebenfalls treffend die bekannte Phrase – man nimmt das Leben eben wie es kommt.

Letztendlich kam ich also zu dem Schluss, es zahlt sich definitiv aus, auch mal den Weg der puren Logik, der absoluten Effizienz, der reinen Rationalität etwas zu verlassen und die gesamte Farbpalette auszuschöpfen und zu genießen. Es ist nicht immer alles so schwarz und weiß wie es anfangs vielleicht den Eindruck macht.