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Mehr Chancengerechtigkeit durch Schulautonomie

22.10.2014 Josef Lentsch

Der Economist hatte unlängst einen spannenden Artikel wie Schulautonomie über die letzten Jahre die Qualität des britischen Schulsystems transformiert hat. Am spannendsten daran ist der Aspekt, dass dadurch auch und insbesondere für sozial Benachteiligte Verbesserungen erzielt wurden.

Eine oft gehörte Kritik von linker Seite ist ja dass mehr Autonomie automatisch zu weniger Chancengerechtigkeit führen würde. Die Starken würden weiter gestärkt, und die Schwachen weiter geschwächt.

Eine Studie des linksorientierten Sutton Trust zeigt aber dass sozial benachteiligte Schüler_innen in guten „Schulfamilien“ (autonome öffentliche Schulen, die sich unter einem gemeinsamen Dach zusammen geschlossen haben) um 15% bessere Ergebnisse erzielen als in öffentlich verwalteten Schulen.

Eine im Artikel zitierte Studie von Stephen Machin und Andrew Eyles der ebenfalls nicht gerade als konservativ geltenden London School of Economics befand ebenso dass „mehr Autonomie (…) zu einer signifikanten Verbesserung der Schülerleistungen führt.

Akademien„, wie die autonomen öffentlichen Schulen in Großbritannien genannt werden, wurden 2000 unter Labour genau mit dem Motiv geschaffen, den Schulen mit den größten Schwierigkeiten durch mehr Autonomie Verbesserungen zu ermöglichen. Mittlerweile sind sie zum Regelfall in der sekundären Bildungsstufe geworden, weil die Schulen von mehr Autonomie profitieren. Von 200 in 2010 sind sie mittlerweile aus freien Stücken auf 4,000 angewachsen.

Grund genug, sich in den nächsten Journal-Einträgen mit den Erfolgen und Irrwegen des Akademien-Programms zu befassen, und was wir für die Bildungswende in Österreich dafür lernen können.