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Come Together der Promotees und Promotor_innen aus dem NEOS-Promotor_innenprogramm

Autorin Doris Hager-Hämmerle, Mitglied des Landesteams Vorarlberg und Themenkoordinatorin

15 Promotees saßen am Samstag, den 13. Juni 2015 im NEOS Lab in Wien. Zusammen mit unserer Trainerin Michaela Grüsser und den für uns angereisten Promotor_innen Edith Kollermann, Gerald Loacker, Szabolcs Nagy und Michael Schuster schwitzten wir in der Neubaugasse bei über 30 Grad Außentemperatur über der Frage, was unsere gegenseitigen Ansprüche und Erwartungen aneinander sind. „Stets findet Überraschung statt. Da, wo man’s nicht erwartet hat“ (Wilhelm Busch). Und das ist gut so.

Erstaunlicherweise fanden im Zuge dieser Klärung eher „softe“ Themen die breiteste Zustimmung beider Gruppen: gegenseitiges Vertrauen, Offenheit, Loyalität, gegenseitiges Feedback, einander ein Spiegel sein. Überrascht war ich deshalb, weil wir uns zuvor oft den Kopf darüber zerbrochen hatten, wie wir diese Zusammenarbeit konkret ausgestalten und was wir voneinander einfordern sollten. Die Stärke unserer Zusammenarbeit ist aber offenbar anderer Natur. Das herauszufinden hat gut getan und es ist also gut so.

Die nächste Überraschung folgte auf den Fuß. Der Austausch unserer bisherigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit Promotor_in/Promotee brachte für mich persönlich eine unerwartete Klärung. Ich hielt mich immer für eine recht anspruchslose Promotee, die viel zu selten sagt, was sie will, und sowieso viel zu wenig tut. „Da muss mehr gehen“, lautet die mich ständig antreibende Devise. Alles andere bereitet mir Sorge. Von meinem Promotor Gerald Loacker hörte ich dann genau das Gegenteil: ich sei eine durchaus fordernde und anspruchsvolle Promotee. Interessanterweise benannte er auch die Früchte unserer bisherigen Zusammenarbeit konkreter als mir das bisher klar war. Einen Augenblick lang war ich verwirrt. Das reflexartig aufkeimende schlechte Gewissen (Ach herrje! Ich kenne seinen vollen Kalender und wollte ihn nie zu sehr fordern! Bin ich eine Last?) konnte ich nach einer kurzen Schrecksekunde erfolgreich beiseiteschieben und entschied: Meine Sorge ist unbegründet. Die Rückmeldung war für mich so unerwartet wie befreiend. Und es ist gut so.

Natürlich war das erfolgreiche Beiseiteschieben dieses typischen schlechten Gewissens kein Zufall. Es zeigt, dass dieses Programms wirkt: Wir lassen typische (weibliche?) Reflexe beiseite! Und unsere Promotor_innen empfinden uns nicht als Last. Und sie haben längst ja zu uns gesagt. Das tut gut und ist gut.

Bei all den Gesprächen über unser Tun hatte ich irgendwie das Gefühl, dass wir noch in der Vorbereitung dieses Tuns verhaftet sind. Wir verbannen uns nach wie vor gerne selbst an Schreibtische und in die Hinterzimmer. Bei der Verteilung arbeitsintensiver Aufträge schreien wir  laut „hier“. Und dann überraschte mich Michael Schuster. Auch weil es so simpel war, was er sagte und tat: er bat uns wieder und wieder, den Schritt nach vorne zu tun. Es einfach zu tun. Weil das der Sinn und das Ziel dieses Programms und unserer Zusammenarbeit sei. Er hat Recht. Und damit ist auch das gut.

Übrigens beneide(te)n uns die anwesenden Promotor_innen um die Art und Weise, wie wir miteinander lachen können. Wie wir bei all den ernsten Themen und den ganzen Herausforderungen in diesem „Geschäft“, einen Humor pflegen, der uns zusammenschweißt. Pflegen, weil er wertvoll ist, wie ein zartes Pflänzchen. So wie wir die Bande zwischen uns pflegen. So wie wir die Bande zwischen Promotor_innen und Promotees pflegen wollen. Weil wir damit unserer Grundwerte feiern: Eigenverantwortung, Authentizität, Nachhaltigkeit, Wertschätzung und Freiheitsliebe. Weil es gut ist.

Ein herzlicher Dank an die wunderbare Michaela Grüsser, weil sie bei uns ist. Danke an unsere Promotor_innen in Nah und Fern, weil und wie sie JA zu uns gesagt haben. Danke an Cora Urban, die uns mit auf den Weg gab, warum und wie unsere Grundwerte wesentliche Bestandteile guter Führungsarbeit sind. Dank an alle Mitwirkenden vom NEOS Lab für dieses Programm. Und Dank an Matthias Strolz, einen der mutigsten Menschen, die ich kenne.