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Ein weiterer Meilenstein: Das U.S. Public Participation Playbook

Am 3. Februar kündigte das Weiße Haus in einer offiziellen Aussendung die Veröffentlichung des sogenannten U.S. Public Participation Playbooks an. Dieses wurde kollaborativ von Regierung, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Unternehmen und der breiten Öffentlichkeit erarbeitet.

Durch dieses Dokument sollen 2 Ziele erreicht werden:

  • Unterstützung der Regierung bessere und effizientere Möglichkeiten der Partizipation zu schaffen, sowie deren Effektivität zu messen.
  • Managern und Führungskräften als Ressource für Verbesserungen der Leistungen der öffentlichen Verwaltung durch aktive Bürger_innenbeteiligung zu dienen.

 

Der Begriff Playbook kommt eigentlich aus dem American Football. Vereinfacht gesagt befindet sich darin eine Sammlung aller Spielzüge einer Mannschaft. So wie ein Football-Playbook sollte auch das Participation-Playbook ein möglichst umfangreiches Werk sein. Denn eines ist klar: Je umfangreicher ein Playbook ausgearbeitet ist, desto höher stehen die Chancen, dass erfolgreiche „Spielzüge“ darin enthalten sind.

Die Ausarbeitung des U.S. Public Participation Playbooks ist aber noch nicht abgeschlossen, sondern immer noch in vollem Gange. Denn über diese Website kann man weiterhin zur Verbesserung dieses Dokuments beitragen. Einmal im Monat werden die eingebrachten Vorschläge dann von einer Kommission evaluiert und gegebenenfalls eingefügt. So soll langfristig ein umfangreicheres und noch wertvolleres Dokument entstehen.

Grundsätzlich orientiert sich das U.S. Public Participation Playbook nicht nur namentlich, sondern auch inhaltlich an einem NFL-Playbook. Stehen die Überschriften noch für die essentiellen Schritte, so stellen die Spielzüge schon konkrete Aufgaben für den/die Leser_in darf. Im konkreten Fall bedeutet das:

 

1)     Die Ziele festlegen

2)     Das Spielfeld verstehen

  • Spielzug #2: Verstehe Motive der Teilnehmer_innen sowie der Stakeholder
  • Spielzug #3: Verstehe und kommuniziere die Vorteile von Bürger_innenbeteiligung
  • Spielzug #4: Setze sowohl öffentliche, als auch private Partner wirksam ein

3)     Das Design bestimmen

  • Spielzug #5: Wähle ein geeignetes Format der Bürger_innenbeteiligung
  • Spielzug #6: Beziehe Inklusion in die Gestaltung des Designs ein
  • Spielzug #7: Ermögliche mehrere Wege sich zu beteiligen
  • Spielzug #8: Informiere effektiv und zeitgerecht
  • Spielzug #9: Fördere gemeinschaftsbildenden Maßnahmen
  • Spielzug #10: Schütze die Privatsphäre der Bürger_innen

 4)     Die Beteiligung erleichtern

  • Spielzug #11: Nutze Daten um die Entscheidungsfindung voranzutreiben

 5)     Die Ergebnisse evaluieren und Rechenschaft ablegen

  • Spielzug #12: Stelle die Ergebnisse und Performance der Bürger_innenbeteiligung transparent dar

 

Natürlich ist das U.S. Public Participation Playbook ein noch sehr rohes Dokument, in welches noch viel Kraft und Wissen investiert werden muss. Dennoch muss man es auch als Meilenstein der Bürger_innenbeteiligung anerkennen. Zwar ist Partizipation noch nicht (so wie in Peru) gesetzlich verankert, dennoch ist es ein richtiger und wichtiger Schritt in Richtung Öffnung und Verbesserung der Verwaltung. Der Mut und die Weitsicht zu solchen modernisierenden Schritten fehlen leider in Österreich noch. Das muss sich dringend ändern – und zwar eher heute als morgen!