Gender Studie

Geschlechterdemokratisierung in liberalen Parteien

Projektbeschreibung

Das Projekt Geschlechterdemokratisierung begleitet die Umsetzung unterschiedlicher Maßnahmen zur Herstellung von Geschlechterparität bei NEOS wissenschaftlich und methodisch. Eine Untersuchung der Ist-Situation von Frauen in parteipolitischen Strukturen, kombiniert mit einer Analyse der Rahmenbedingungen und Chancen für eine Geschlechterdemokratie abseits von Quotenregelungen, soll einerseits Evidenz über existierende Barrieren herstellen und andererseits zur Sensibilisierung gegenüber der Notwendigkeit eines geschlechtergerechten Neuentwurfs von Demokratie beitragen.
(Partei-)politische Strukturen und Institutionen so zu gestalten, dass sie die Grundwerte von Demokratie abbilden, gesellschaftliche Diversität widerspiegeln und Partizipation aller am politischen Leben interessierten Menschen ermöglichen, ist die Leitidee, auf der das Projekt basiert.

Aktuelle Studien zeigen, dass „einfache“ Lösungen, wie jene der Quotenregelung, diesen Soll-Zustand in politischen Parteien nicht automatisch herstellen (Verge und de la Fuente 2014, Meier and Verlet 2011; Krook et al. 2006, Caul Kittilson 2006). Diese Feststellung wird damit begründet, dass Institutionen keine neutralen Räume sind, sondern Bündel aus Normen, Werten, formellen und informellen Regeln, Routinen und Praktiken (Mackay et al. 2010). Die institutionelle Konfiguration politischer Parteien hat folglich auch einen informellen Charakter, der sich in alltäglichen Praktiken zeigt, in denen Einschluss- und Ausschlussmechanismen wirken, sich historisch verfestigen und Diversität erschweren. In der feministischen Parteienforschung wird daher argumentiert, dass politische Parteien institutionell sexistisch sind, da sie männlich zentrierten Praktiken zugrunde liegen und von Frauen implizit verlangen, sich den Spielregeln der Organisation entsprechend zu verhalten (Lovenduski 2011: x). Daher wird argumentiert, dass Quoten nicht per se zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit beitragen, unter anderem auch, da sie die Gefahr bergen, die eigentlich notwendigen Schritte und Maßnahmen, die den Politik- und Kommunikationsstil im Allgemeinen betreffen, zu verdecken.

Hier sehen wir die Chance und den Anknüpfungspunkt für eine wissenschaftliche Begleitforschung, die den Aspekt der Geschlechterdemokratisierung als Teil einer umfassenden Erneuerung eines Politikstils auffasst, der die Eigenverantwortung des Individuums mit der notwendigen Transformation gesellschaftlicher Prozesse, Institutionen und Strukturen verbindet und bei der Ausgestaltung von Parteien beginnt.

Ziele

  • Eine qualitative und quantitative Analyse der gegenwärtigen Beteiligung von Frauen bei NEOS
  • Eine differenzierte Darstellung der Rahmenbedingungen für politische Partizipation von Frauen in Demokratien des 21. Jahrhunderts
  • Eine Analyse der Chancen für Geschlechterdemokratie abseits von Quoten und Entwicklung eines geschlechtergerechten „Neuentwurfs“ von Demokratie.
  • Eine aktive Vernetzung mit anderen Think Tanks, ELF und dem ALDE Gender Quality Network zur Entwicklung eines vergleichenden Projektes.

Methoden

  • Literaturrecherche
  • Onlineumfrage
  • Qualitative, semi-strukturierte Interviews
  • Fokusgruppen

Projektstart

8. März 2014

Zusätzliche Informationen

  • Präsentation des Projektes am Internationalen Frauentag
  • Project Description in English
  • Literaturliste

Blogbeiträge zum Projekt

Publikationen aus dem Projekt

Projektverantwortliche

Alice Vadrot

Projektmitarbeiter_innen

Beret Roots
Dieter Feierabend