« Zurück zur Übersicht

Promoteeprogramm – Frauen in Führungsposition

Veronika Pollak ist eine von elf Promotees im NEOS Lab Führungskräftelehrgang, einem speziellen Training für Frauen in Führungsposition. Und ein schneller Blick in eine Tageszeitung zeigt, dass dies in der Vorstellung der österreichischen Mehrheit immer noch keine Selbstverständlichkeit ist – sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Demnach bevorzugen sowohl 73 Prozent der Männer als auch 62 Prozent der Frauen eine männliche Führungskraft (Die Presse, 22.09.2016). Because it is … 2 … what?

Hier bloggt sie über ein recht tristes Stimmungsbild, über geschlechterspezifische Sozialisationsprozesse, Organisationsstrukturen, Vorurteile oder soziale Rahmenbedingungen sowie den Beitrag zur schrittweisen Veränderung.

Es beginnt mit der Arbeit an uns selbst.

Folglich ist der Schwerpunkt im ersten Modul zunächst auch die Auseinandersetzung mit uns selbst. Was hat uns in unseren bisherigen Karriereentscheidungen geprägt? Welche Faktoren sind uns in unserem beruflichen Werdegang wichtig? Was hindert uns daran, mehr berufliche Verantwortung zu übernehmen? Was bedeutet Erfolg und Karriere überhaupt für uns? Und was zeichnet eine gute Führungskraft aus?

Die anschließende Auseinandersetzung mit verschiedenen Führungsstilen zeigt auf, was die Erwartungen an Führungskräften heutzutage sind. Wir erfahren, wie sehr sich das Bild von Vorgesetzten in den letzten Jahren geändert hat. Die Anforderungen gehen weg von einem anordnenden, autoritären Vorgesetzten.

Stattdessen sind Führungskräfte gefragt, die die emotionale Intelligenz besitzen, um mit den eigenen Gefühlen und den Gefühlen der Mitarbeiter_innen konstruktiv umgehen zu können und die dadurch Menschen ein konstruktives Arbeitsumfeld ermöglichen. Vorgesetzte sollen ihren Mitarbeiter_innen zutrauen, dass sie die Kompetenz haben, Aufgaben ohne ständige Aufsicht zu erledigen. Und besonders gefragt sind Führungskräfte, die Mitarbeiter_innen fördern, die mit gutem Beispiel voran gehen, die begeistern und ein kreatives Arbeitsumfeld ermöglichen, in dem Mitarbeiter_innen ihre Fähigkeiten entfalten können.

Die Anforderungen an Führungskräfte gehen also weg von vorwiegend männlich konnotierten Eigenschaften hin zu einem verstärkten Bedarf an weiblich konnotierten Attributen wie Sensibilität oder emotionaler Intelligenz. Und die Betonung ist hier auf konnotierte Attribute, denn natürlich sind Frauen und Männer keine homogenen Gruppen. Das merken wir alleine schon an uns elf Teilnehmerinnen im Seminar.

Es bleibt zu hoffen, dass je mehr Frauen in Führungsposition sind, je diverser Frauen ihre Rolle als Verantwortliche auslegen und anlegen, dass dann das Geschlecht aus dem Blickfeld geraten wird und stattdessen mehr über die Art der Führung  geredet wird. Und diese Frage sollte schließlich auch im Mittelpunkt stehen: ist jemand eine gute Führungskraft, oder eben nicht.