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Ready when you are, Mr. Fleischhacker

 

Ihr Antwortblog, lieber Herr Fleischhacker, auf meinen Antwortblog hat mich gefreut. Dialektisch hervorragend und dennoch bleibt Irritation.

 

Ihrer Überzeugung entsprechend sehen Sie sich ja selbst als Berufspolitiker. Soweit ich mit Max Weber vertraut bin definiert Weber den (modernen) Berufspolitiker ja als Politiker, die für die und von der Politik lebt. Ein politischer Mensch sind sie ja bekanntlich und Brot verdienen sie unter anderem auch mit politischen Inhalten. Beides möchte ich Ihnen hier unterstellen.

Interessanter ist für mich die Frage, ob Sie eher ein Mann der Verantwortungsethik oder der Gesinnungsethik sind. Ist Ihnen ihr Handeln wichtiger als das Motiv, oder ist Ihnen das Motiv des Handelns wichtiger als das Resultat? Man merkt es Ihnen doch an. Immer. Sie können Mittelmaß nicht ausstehen. Immer wieder die kleinen Seitenhiebe, so wie Sie sich in Ihrem Antwortblog einen kleinen Rempler gegen den Bundeskanzler nicht verkneifen konnten „[…] falls er weiß, was das heißt“. Ihnen steht die Provokation nahe, ihr geliebtes Stilmittel. Ich sehe Sie also eher in der Gesinnungsethik.

Und hier spießt sich’s wieder: Was wir brauchen sind pragmatische Lösungen, die zu einer Erneuerung Österreichs von innen beitragen. Ihr Motiv ist die Provokation und die Giftpfeile gegen das politische Mittelmaß. Anstatt lösungsorientiert zu agieren, sehnen Sie sich nach Revolte. Aber das ist nicht das, was Österreich gut tun würde.

Was wir brauchen sind Politiker_innen, die gegenüber Wähler_innen wieder verantwortlich sind. Wahlrechtsreform hin, Demokratieinnovation her, die einfachste Lösung wäre die Bürger_innen in den Entscheidungsprozess einzubinden. Konsequent. Ehrlich. Umfassend. Also Bürger_innenbeteiligung, die hält was sie verspricht. Aber darüber lässt sich doch wunderbar diskutieren – über Sinn und Unsinn von Bürger_innenbeteiligung?

 

Po­li­tik bedeutet immer Diskurs. Beide dürfen nicht in den Hin­ter­zim­mern pas­sie­ren, son­dern unter trans­pa­ren­ter Ein­bin­dung der Bür­ger_in­nen. Bräunerstraße finde ich gut, mit Livestream und ein interaktives Format sind meine Voraussetzungen. Ich schlage den 12. Februar vor, meinen Geburtstag. Ready when you are, Mr. Fleischhacker.

  • Verschreckt

    Trotz meiner positiven Einstellung zu den NEOS und der Idee des NEOS Labs bin ich der Meinung, dass man sich mit so einem Artikel selbst nichts gutes tut. Eine erste Idee wäre die Texte vor der Veröffentlichung Korrektur lesen zu lassen. Ich würde außerdem Vorschlagen, dass Sie Ihren Geburtstag nutzen um handfeste Konzepte auszuarbeiten, statt mit Floskeln wie „Was wir brau­chen sind prag­ma­ti­sche Lö­sun­gen, die zu einer Er­neue­rung Ös­ter­reichs von innen bei­tra­gen.“ um sich zu werfen – das können andere mindestens genauso gut.