Belarus

Belarus - Wenn das eigene Volk zur Zielscheibe wird

„Dieses Herrschaftssystem ist eine Kombination aus persönlicher und bürokratischer Macht. Diese bürokratischen Besetzungen in Behörden oder Betrieben sind eben auch austauschbar. Deshalb ist das ein System von Abhängigkeiten. Lukaschenko hat auch immer die europäische und russische Balance gehalten. Wenn ihm der Druck aus Europa zu hoch wurde, dann wurden die russisch-belarussischen Beziehungen wieder besser und umgekehrt.“
- Miriam Kosmehl

"Lukaschenko hat sich dem Gebilde eines Unionstaates aus Russland und Belarus beharrlich widersetzt, denn Lukaschenko weiß, seine persönliche Machtstellung ist nur als Präsident Weissrusslands unangefochten, aber nicht in einem Verbund mit Russland. Die Beziehungen mit Russland sind auch nicht wirklich gut. Sie waren es auch nie wirklich, was die persönlichen Bande zwischen Lukaschenko und Putin anbelangt. Sie waren aber auch immer schlecht, weil Weißrussland unter Lukaschenko immer diese Balance-Politik betrieben hat."
- Gerhard Mangott

 Veranstaltung 

Let’s Talk@Lunch: 
Belarus - Wenn das eigene Volk zur Zielscheibe wird.
(19. Februar 2021)

Die Proteste in Belarus zählen zu den größten Massendemonstrationen seit der Republiksgründung 1991. Seit mehr als 150 Tagen geht die Bevölkerung gegen Lukaschenko und seine Politik, gegen die willkürliche Gewalt der Sicherheitskräfte und gegen die mehr als 25.000 Festnahmen, die seit der gefälschten Präsidentenwahl am 9. August 2020 stattfanden, auf die Straße. Ob das schwere vergangene Jahr nur ein Vorgeschmack auf das sein könnte, was die Belarussen im heurigen Jahr erwartet und welche Position die EU einnehmen sollte, diskutiert eine Expert_innenrunde im Lab.

 

Podium:
Helmut Brandstätter, NEOS – Zukunftspartner, Sprecher für Außenpolitik, Forschung und Entwicklung
Miriam Kosmehl, Senior Expertin Osteuropa und europäische Nachbarstaaten, Bertelsmann Stiftung
Gerhard Mangott, Politikwissenschafter, Universität Innsbruck
Lukas Sustala, Direktor des NEOS Lab (Moderation)