Weckruf Pandemie: Wie die Schule die Digitalisierung verschlafen hat

Die Pandemie hat deutlich gemacht, dass Österreichs Schulsystem die Digitalisierung verschlafen hat. Es fehlen Internetzugänge in Schulklassen, Endgeräte für Schüler_inenn und Lehrer_innen, eine angemessene Aus- und Weiterbildung und eine transparente und konsequente digitale Bildungsstrategie. Wie es um die digitale Kompetenz der Schüler_innen steht, wissen wir nicht wirklich, weil Österreich am standardisierten ICILS Test nicht teilgenommen hat. Zudem fühlten sich Lehrer_innen vor der Pandemie überhaupt nicht gut auf einen digitalen Unterricht vorbereitet. Was wir tun müssten, und von welchen Ländern wir lernen könnten, hat Johannes Stolitzka in einem Policy Brief analysiert – hier zum Download.


"Österreich braucht eine konsequente und transparente digitale Bildungsstrategie. Die Aus- und Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer braucht einen stärkeren, digitalen Fokus." Johannes Stolitzka

Eine der vielen Mängel in Österreichs digitaler Bildung sind die Fähigkeiten des Lehrpersonals im Umgang mit IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien). Denn im Vergleich zum Rest der OECD fühlen sich Österreichs Lehrer_innen nicht genügend auf die Nutzung von IKT im Unterricht vorbereitet. Die Hintergründe liegen wohl in der Gesamtheit der Mängel in der Aus- und Weiterbildung sowie der digitalen Infrastruktur und des Lehrplans.

 Policy Brief

PDF Download der Studie

Abstract

Johannes Stolitzka: 
Weckruf Pandemie: Wie die Schule die Digitalisierung verschlafen hat

Die Pandemie hat die Versäumnisse vergangener Digitalisierungsprojekte im Bildungssystem schonungslos offengelegt. Schulschließungen brachten nicht nur erhebliche Lernverluste, sondern zeigten auch, dass Schüler_innen oder Eltern Glück haben mussten, wenn ihre Schulen tatsächlich „Distance Learning“ ermöglichten – und nicht etwa „Home Schooling“ nötig machten. Andere Länder konnten die Pandemie für ihre Bildungssysteme besser managen, weil sie wichtige Vorarbeiten geleistet hatten. Die Regierungen von Estland und Finnland gaben sich in Anbetracht der Situation sehr zufrieden mit der Performance ihres Schulsystems während der Pandemie. Beide Länder waren besser vorbereitet; von der Ausbildung der Lehrer_innen über die Infrastruktur von Schulen, Lern- und Multifunktionsapps bis zur Ausstattung mit Endgeräten. Welche Lehren Österreich aus den Erfolgen anderer ziehen kann, ist Thema dieses Papiers.