Wie wir den Generationenvertrag retten können 

Die aktuelle Coronakrise hat zu einem wirtschaftspolitischen Konsens geführt, wie wir ihn noch nicht kannten. Weitreichende Konjunkturprogramme haben Unternehmen großzügig unterstützt und damit Unternehmensinsolvenzen und einen Anstieg der Arbeitslosigkeit so gering wie möglich gehalten. Die staatlichen Rettungspakete haben in der Krise viel Gutes bewirkt, sie haben aber auch viel Überkommenes stabilisiert. Die aktuelle Wirtschaftspolitik hat daher einen ganz entscheidenden blinden Fleck: die Generationengerechtigkeit. Welche wirksamen Schritte zu setzen sind, um zu einer verantwortungsvollen Sozial- und Wirtschaftspolitik für künftige Generationen zu gelangen, hat uns bei diesem Schwerpunktthema beschäftigt.


"Besonders problematisch ist die Situation für junge Menschen, die gerade versuchen am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Aber auch für junge Unternehmen, die gerade in der Aufbauphase sind." 
Bernhard Binder-Hammer


"Für viele klingt es paradox, aber höhere Steuern verschärfen die soziale Ungleichheit durch Corona." 
Bernhard Binder-Hammer

 Policy Paper – forthcoming

PDF Download der Studie forthcoming

Abstract

Bernhard Binder-Hammer: 
Wie wir den Generationenvertrag retten können 

Der Bevölkerungsökonom Bernhard Binder-Hammer hat sich im aktuellen Policy Paper die Herausforderungen angesehen, vor die die gegenwärtige Wirtschaftskrise das österreichische Sozialsystem stellt. Fehlende Mechanismen für eine Anpassung an veränderte demographische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen führen zu einer großen Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen von Pensionen und Pflege und zu einer immer größer werdende Abgabenbelastung der Erwerbsbevölkerung. Wie ein generationengerechtes Sozialsystem funktionieren könnte und welche wirksamen Schritte dafür eingeleitet werden müssten, ist Thema dieser wissenschaftlichen Untersuchung.

amPUNKT | Video

Der Generationenvertrag: Opfer der Pandemie?


Die Covid-19-Pandemie ist für den Generationenvertrag, den ungeschriebenen Interessensausgleich zwischen Jung und Alt, eine enorme Herausforderung. Ob beim Pensionssystem, beim Klimawandel oder beim Sozialsystem - Jüngere haben zunehmend das Gefühl, dass der Staat vor allem die Senioren schützt. Ob die Pandemie wirklich die Hauptursache für die Ungerechtigkeit ist und wie man diesem Ungleichgewicht begegnen kann thematisiert das aktuelle amPUNKT Video.

Let's Talk@Lunch:
Corona-Schulden, Klimakrise, Alterung - Anschlag auf die Generationen-Gerechtigkeit?

Die Corona-Krise und die enorme Staatsverschuldung, mit denen sich die Regierung gegen die Pandemie und Wirtschaftskrise stemmt, werden unsere Sozialpolitik nachhaltig prägen. Für die jungen Generationen wird es aber nicht nur dauern, bis der Berg an Verbindlichkeiten wieder abgetragen ist. Gerade junge Erwachsene, die ökonomisch am verwundbarsten sind, sind von den wirtschaftlichen Folgen überproportional stark betroffen. Dafür werden und wurden klimapolitische und sozialstaatliche Reformen, die mehr Nachhaltigkeit nach sich ziehen sollen, immer wieder aufgeschoben. „Wir sehen da eine gewisse Maßlosigkeit, die von der Politik auch dazu genützt wird, die eigene Macht zu stärken und die eigene Klientel zu bedienen – und junge Menschen spielen da selten eine Rolle“, meint der ÖAW-Demograph Bernhard Binder-Hammer, der ein Anwachsen der Ungleichheit zwischen den Generationen befürchtet. Über mehr Solidarität zwischen Alt und Jung, nötige Reformen in der Sozialpolitik und den Einfluss der wirtschaftlichen Situation auf die demographische Entwicklung diskutieren Lukas Sustala und Bernhard Binder-Hammer bei diesem Lunch-Talk.


Podium:

Bernhard Binder-Hammer, Bevölkerungsökonom, Institut für Demographie der ÖAW
Lukas Sustala, Direktor des NEOS Lab, Moderation