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Ein Social Impact Bond für Schulkooperationen?

04.02.2016 Josef Lentsch

Die Zentralmatura hat bereits jetzt schon spannende, teils ernüchternde, und teils noch zu erforschende Ergebnisse zu Tage gefördert (hier mein anderer blog zum Thema).

Zu den ernüchternden Ergebnissen zählt auch: „Es gibt einzelne Klassen, eventuell auch Schulen, die aus unterschiedlichsten Gründen den Anforderungen der Zentralmatura derzeit nicht gewachsen sind.“ (Der Standard, 3.2.)

Was ist zu tun? Langfristig braucht es die Bildungswende von unten. Mittelfristig braucht es mehr Kooperation sowohl innerhalb als auch zwischen Schulen.

Kooperation innerhalb von Schulen

Internationale Studien zeigen: es gibt eine große Variation der Lernfortschritte innerhalb von Schulen – größer noch als die zwischen Schulen: „The variability between schools in most Western countries is far smaller than the variability within schools“ schreibt der renommierte Bildungsforscher John Hattie in einem Report. Als erste Aufgabe sieht er, das Narrativ zu ändern: Vom Lehrer als Einzelkämpfer hin zum pädagogischen Team, von der didaktischen Fehlerverbesserung hin zur kooperativen Expertise. „No child left behind“, so Hattie, sollte eigentlich viel mehr „No Teacher left behind“ heißen.

Kooperation zwischen Schulen

Hier braucht es zwei Ebenen:

  • Bildungsservice
    • Das Bildungsservice stärkt als regional organisierte Einrichtung des Bundes die Kooperation und Vernetzung zwischen den Schulen. Als beratende Einrichtung und ausgestattet mit einem interdisziplinären Team regionaler Qualitätsmanager_innen begleitet das Service die Schulen und elementarpädagogischen Einrichtungen in der Erreichung der Bildungs- und Qualitätsziele sowie bei Schulmanagement und –entwicklung. (Detaillierte Infos hier ab Seite 12.)
  • Selbstorganisation
    • Dass künftig autonome Schul- bzw. Verwaltungseinheiten mit 200 bis 2.500 Schülern gebildet werden können, sei „ein wichtiger Punkt mit beträchtlichem Entwicklungspotenzial“, sagt Lorenz Lassnigg vom IHS. Wenn man es schaffe, die verschiedenen Schulen in einer Region zum Zusammenarbeiten zu bewegen, wird vieles möglich. Wie Erfahrungen in Großbritannien zeigen, kann aber nicht nur die Zusammenarbeit zwischen benachbarten Schulen fruchtbar sein, sondern auch die ortsunabhängige Zusammenarbeit von Schulen mit einem ähnlichem Profil – auf Schulleitungsebene, auf administrativer Ebene und natürlich auf pädagogischer Ebene. „Stärkere“ Schulen kooperieren dort mit „schwächeren“, und unterstützen deren Fortschritt. Wie der RSA Report „No School an Island“ zeigt, hängt der Erfolg solcher Kooperationen von verschiedenen Faktoren ab: sie müssen langfristig angelegt sein, substanziell sein, fokussiert und mit messbaren Zielen versehen.
    • Die Zielerreichung solcher Kooperationen könnte finanziell incentiviert werden, ähnlich einem Social Impact Bond . Diese könnten von einer noch gründenden gemeinnützigen Bildungsstiftung finanziert werden.