Über Liberalismus

Im Zentrum des Liberalismus als Grundposition der politischen Philosophie stehen das Individuum, seine Freiheit und Verantwortung, als auch die Frage, wie eine Ordnung der Freiheit aussehen kann.
Mit einer siebenteiligen Veranstaltungsreihe laden wir zu einer ideengeschichtlichen Spurensuche ein.

LiberaleIdeengeschichte

29. März | „Philosophische & historische Wurzeln des Liberalismus“ | Impulsgeber Rahim Taghizadegan und Ronald Pohoryles.

Wo entstanden die ersten liberalen Ideen? Was bedeutete „Freiheit“ im historischen, philosophischen und politischen Kontext, und wie wandelte sich diese Bedeutung über die Zeit? Welche politische Rolle spielten Liberale, woher kommt dieses Etikett und wer ist darunter eigentlich einzuordnen?

Rahim Taghizadegan ist ein österreichischer Ökonom, Philosoph und Publizist & leitet in Wien die private Bildungseinrichtung „scholarium“. Er hatte Lehraufträge an der Universität Liechtenstein, der Wirtschaftsuniversität Wien und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zurzeit ist Taghizadegan zudem wissenschaftlicher Assistent an der Internationalen Akademie für Philosophie in Liechtenstein und Dozent an der IMC University in Krems.

Ronald Pohoryles ist Vorstand der ICCR Foundation und Präsident der „European Association for the Advancement of the Social Sciences. Desweiteren ist er Privatdozent und habilitierter Politikwissenschaftler und lehrt an verschiedenen österreichischen und ausländischen Universitäten. Zuletzt hielt er am Institut für Politikwissenschaften ein Seminar zur Aktualität von Adam Smith, aus der das von ihm herausgegeben Buch bei Metropolis entstand. Politisch ist er im Rahmen der europäischen Liberalen als Präsident der österreichischen ALDE-Mitglieder tätig.


5. April
| „Politischer Liberalismus“ | Impulsgeber Christopher Gohl

Demokratie und Bürger_innengesellschaft sind zwei Begriffe, die untrennbar mit liberalen Ideen verbunden sind. Was unterscheidet eine liberale Demokratie von einer „gelenkten“ wie in Russland, oder einer „illiberalen“ wie in Ungarn? Welche Rolle spielen Institutionen, und welche die Bürger_innen in einer liberalen Politik? Wie ist das Verhältnis von repräsentativer und direkter Demokratie aus liberaler Sicht zu beurteilen? Wie grenzt sich der politische Liberalismus von Konservatismus und Sozialismus ab? Was hat es mit der „prozeduralen“ Kritik am Liberalismus auf sich? Und was bedeutet eine Ordnung der Freiheit in der Praxis?

Liberalismus 5.4. Video

Christopher Gohl ist Dozent am Weltethos-Institut an der Universität Tübingen, seit 2012 lehrt und forscht er zu Fragen weltbürgerlicher Verantwortung in der Wirtschaft. Davor war er Leiter der Abteilung Politische Planung, Programm und Analyse der FDP. Er ist jetzt Ombudsmann der Liberalen und Mitglied im Circle of Friends des Progressiven Zentrums.

Facebook: https://www.facebook.com/events/775643519261381

 

26. April | „Österreichische Schule der Nationalökonomie vs. Neoliberalismus“ | Impulsgeber Rahim Taghizadegan

Für Ludwig von Mises, den letzten großen Klassisch-Liberalen Österreichs, war Liberalismus bloß angewandte Ökonomik. Die ursprünglichen Neoliberalen widersprachen diesem Ansatz aufs Schärfste. Der Begriff des Neoliberalismus hat seitdem einen verblüffenden Wandel durchgemacht und dient heute meist als politischer Kampfbegriff. Was wollten die Neoliberalen, woran sind sie gescheitert? Noch größere Missverständnisse umgeben heute die in Österreich fast gänzlich vergessene Österreichische Schule. In den letzten Jahrzehnten wurde diese Tradition, ausgehend von den USA, als Alternative zur Neoklassik mit ihrem „homo oeconomicus“ wiederentdeckt. Was sind die Essenzen dieser Tradition, was hat sie mit dem Liberalismus zu tun und wo unterscheidet sie sich vom Neoliberalismus?

2017 05 29_Liberalismus_RahimRahim Taghizadegan ist ein österreichischer Ökonom, Philosoph und Publizist & leitet in Wien die private Bildungseinrichtung „scholarium“. Er hatte Lehraufträge an der Universität Liechtenstein, der Wirtschaftsuniversität Wien und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zurzeit ist Taghizadegan wissenschaftlicher Assistent an der Internationalen Akademie für Philosophie in Liechtenstein und Dozent an der IMC University in Krems.

 

17. Mai | „Wirtschaftsliberalismus“ | Impulsgeber Franz Schellhorn

Kooperation und Wettbewerb sind zwei zentrale Konzepte für die ökonomische Ausprägung des Liberalismus. Der freie Markt sorgt für die effiziente Steuerung von Art-, Preis und Menge der Sach- und Dienstleistungen über Angebot und Nachfrage. Dafür sind private Freiheiten wie Vertragsfreiheit oder Gewerbe- und Berufsfreiheit entscheidend. Auf internationaler Ebene befürwortet er Freihandel und bekämpft Handelshemmnisse. Was zeichnet eine freie Marktwirtschaft aus, was steht ihr im Weg, und was sind ihre Grenzen? Wie sieht der Wirtschaftsliberalismus die Rolle und die Grenzen des Staates? Und wie ist die ordoliberale Kritik einer „ökonomistischen Verengung“ des Wirtschaftsliberalismus zu beurteilen?

2017 05 29_SchellhornFranz Schellhorn ist Leiter des Thinktanks „Agenda Austria“ in Wien. Zuvor war er viele Jahre vorerst als Redakteur dann als Leiter des Wirtschaftsressorts und als stellvertretender Chefredakteur bei der Tageszeitung „Die Presse“ beschäftigt.

Anmeldung: https://lab.neos.eu/neos-events/neoslabtalk-wirtschaftsliberalismus

 

6. Juni | „Die kommunitaristische Kritik am Liberalismus“ | Impulsgeber Harald Stelzer

Im Zentrum von liberalen Ideen steht das Individuum, im Zentrum von kommunitaristischen Überlegungen, die Gemeinschaft. Damit liegt der Beziehung dieser Positionen eine gewisse Spannung zugrunde. So wird etwa im Kommunitarismus das Gemeinwohl über partikulare individuelle Interessen gestellt. Dafür wird dem Liberalismus vorgeworfen, den Gemeinsinn zu vernachlässigen und zur Auflösung sozialer Bindungen zu führen, wodurch letztlich auch ein auf Partizipation beruhendes Gemeinwesen unterlaufen würde. Hier stellt sich auch eine Verbindung zur Kritik her, die in letzter Zeit sowohl an der Europäischen Union als auch am Freihandel geübt wurde. Inwiefern aber bieten Rückzug in die Gemeinschaft und Protektionismus echte Alternativen zum liberalen Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell, und welche „Kosten“ sind mit der Übernahme kommunitaristischer Positionen verbunden?

2017 06 14_Liberalismus_Stelzer

Harald Stelzer ist Professor für Philosophie und Leiter des Arbeitsbereiches Politische Philosophie an der Karl-Franzens-Universität Graz. In seinem neuesten Buch argumentiert er für eine Kritik an der Moralphilosophie des Kommunitarismus. In den Jahren 2013 bis 2014 arbeitete Stelzer am Institute for Advanced Sustainabillity Studies (IASS) in Potsdam. Er ist zudem Mitherausgeber des Berichts für das Projekt EuTRACE der Europäischen Kommission.

Anmeldung: https://lab.neos.eu/neos-events/neoslabtalk-die-kommunitaristische-kritik-am-liberalismus


19. Juni | „Liberalismus im 21. Jahrhundert“ | Impulsgeber Josef Lentsch

Ciudadanos in Spanien, Nowoczesna in Polen oder NEOS in Österreich: seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist eine neue Gründerzeit von liberalen Bewegungen quer durch Europa zu beobachten. Sie sind gleichermaßen zur Verteidigung der offenen Gesellschaft wie auch der Neuerfindung des politischen Zentrums angetreten. Was sind die Gemeinsamkeiten, was die Unterschiede? Wie passen liberale Ideen und ein wertebasierter Ansatz zusammen? Welche Rolle spielt die Programmatik, und welche das Organisationsdesign?

2017 06 21_Liberalismus_JLJosef Lentsch ist Direktor von NEOS Lab, der Parteiakademie von NEOS. Er ist Vorstandsmitglied des European Liberal Forum, der Dachorganisation der liberalen Stiftungen und Think Tanks in Europa, und studierte Psychologie an der Universität Wien sowie Public Administration an der Harvard University.

Anmeldung: https://lab.neos.eu/neos-events/neoslabtalk-liberalismus-im-21-jahrhundert