Kurz, daheim, mit Maske?
Arbeit in der Pandemie.
(7. Oktober 2020)

Die Corona-Pandemie hat die ganze Welt und im speziellen auch die Arbeitswelt umgekrempelt. Homeoffice avancierte von der Krisenmaßnahme zum Trend, und hat deutlich gemacht, dass das Arbeitsrecht ein Update für das 21. Jahrhundert braucht. Die Regierung hat mit der Kurzarbeit als größte Subvention der zweiten Republik versucht, Arbeitsplätze zu sichern. Die neue Arbeitswelt hat viele Folgen, von der Flucht aus Bürohäusern, fallender Auslastung von Gewerbeimmobilien bis hin zu einem Boom von Telekonferenzen und der Sorge vor dem Abbau von Arbeitsplätzen. Mit welchen arbeits- und sozialrechtlichen Konsequenzen wir im Bereich New Work zu rechnen haben, mit welchen Zukunftshoffnungen und Schattenseiten wir uns auseinandersetzen müssen, erläutert die Arbeitsrechtsexpertin Katharina Körber-Risak im Gespräch mit Lukas Sustala.

Podium:

  • Katharina Körber-Risak, Arbeitsrechtsexpertin, Körber-Risak Rechtsanwaltskanzlei
  • Lukas Sustala, Direktor des NEOS Lab (Moderation)

Der Fixkostenzuschuss geht in die 2. Runde.
(30. September 2020)

Im Zuge von Corona mussten zahlreiche Betriebe in Österreich vorübergehend schließen. Seit 20. Mai können Unternehmer*innen einen Fixkostenzuschuss beantragen, der nach Höhe des Umsatzausfalls gestaffelt ist. Unbestritten eine wirksame Maßnahme in der ersten Zeit des Lockdowns - wenn auch die Auszahlung zu langsam und mit zu vielen bürokratischen Hürden verlief. Ob allerdings diese Art der wirtschaftlichen Unterstützung auch für die zweite Phase sinnvoll ist, wird von einigen Ökonom*innen stark bezweifelt. Zu ihnen zählt u.a. der VWL-Professor Paul Pichler, der die aktuelle Ausgestaltung des Corona-Hilfsfonds als problematisch bezeichnet. Das fehlerhafte Design dieser Unterstützung könnte den Fixkostenzuschuss zu einer Inaktivitätsfalle für die österreichische Volkswirtschaft machen. Über Effektivität staatlicher Hilfsmaßnahmen und mögliche Verbesserungen diskutieren Paul Pichler und Lukas Sustala bei diesem Lunchtalk mit ihren Gästen.

Podium:

  • Paul Pichler, Ökonom, Universität Wien
  • Lukas Schretzmayer Sustala, Direktor des NEOS Lab (Moderation)

Eine Zumutung für die Demokratie - Wählen und Wahlen in der Pandemie.
(28. September 2020)

Gesellschaften brauchen Rituale und Wahlen zählen zu den wesentlichsten rituellen Handlungen einer demokratischen Gemeinschaft. Die Ausbreitung von SARS-Cov-2 hat auch erhebliche Auswirkungen auf das politische Leben gehabt. Wenn Sitzungen im Parlament mit nur wenigen Abgeordneten stattfinden, wenn Wahlen verschoben werden oder wenn Bürger_innen nicht mehr gewohnt ins Wahllokal oder an einen Wahlstand kommen wollen, dann wird deutlich, dass die Möglichkeit für die persönliche Interaktion auch eine wichtiger Aspekt der Demokratie ist. Wie Wahlkämpfe und Wahlen inmitten der Pandemie funktionieren und welche Auswirkung Corona auf Diskurse, Themen und die Demokratie hat, diskutieren wir mit dem Politologen und Meinungsforscher Peter Hajek bei diesem Lunchtalk.

Podium:

  • Peter Hajek, Politologe und Meinungsforscher
  • Lukas Schretzmayer Sustala, Direktor des NEOS Lab (Moderation)

Wozu Kunst? Über den Stellenwert von Kultur in Zeiten des Virus
(1. Juli 2020)

Weltweit wurden Theater- und Opernaufführungen, Kinos, Konzerte und Ausstellungen wegen des Coronavirus abgesagt. Die gesamte Kulturszene lag am Boden und das Schicksal der Kreativen schien in der großen Krise nebensächlich zu sein. Die „Nicht-Beachtung“ der Kulturszene und der immer lauter werdende Unmut von Künstler_innen gipfelte im Rücktritt der Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek und verdeutlichte einmal mehr den Kampf um den Stellenwert von Kunst und Kultur in unserer Gesellschaft. Auch wenn die Kunstszene nach Corona langsam wieder hochfährt, sind viele Kultureinrichtungen mit finanziellen Überbrückungshilfen und dem Einhalten politischer Vorgaben für ihre Wiedereröffnung beschäftigt. Viele Kulturinitiativen, Traditionshäuser und freischaffende Künstler_innen sind weiterhin vehement in ihrer Existenz bedroht. Kreatives Schaffen wird immer wieder als interessanter Wildwuchs gewürdigt, als wäre er ein Überschuss aus besseren Zeiten für bessere Zeiten. Dass Kultur mehr als die Landwirtschaft zum jährlichen BIP beiträgt und damit nicht nur in kultureller, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht systemrelevant ist, scheint kaum Thema zu sein. Fehlen den Kulturschaffenden engagierte Fürsprecher? Was wird nun aus unserer so viel beschworenen Kulturnation Österreich? Welcher geistige Reichtum geht uns gerade unrettbar verloren? Und was können wir von Andrea Mayer erwarten, die in ihrer Stellung als Kunststaatsekretärin nur ein Unterressort des Vizekanzlers innehat? Ein Lunch Talk für mehr Wertschätzung und Verständnis für Kunst und Kultur als Lebensnerv unserer Gesellschaft. 

Podium:

  • Julya Rabinowich, Schriftstellerin, Kolumnistin, Dramatikerin, Malerin 
  • Hubsi Kramar, Schauspieler, Regisseur, Theaterproduzent und Aktionist
  • Kurt Ifkovits, Betriebsrat KHM-Museumsverband
  • Sepp Schellhorn, NEOS- Sprecher für Wirtschaft, Tourismus und Kultur - 
  • Lukas Schretzmayer Sustala, Direktor des NEOS Lab (Moderation)

Online-Lunch: Fakten oder Fake News?
(29. April 2020)

Nicht erst seit COVID-19 müssen sich Bürger_innen mit Desinformationen und Fake News auseinandersetzen. Der US-Präsidentschaftswahlkampf, BREXIT und nun auch das Coronavirus waren und sind ein „gefundenes Fressen“ für gezielte Desinformation. Doch auch dem geschulten Auge ist es nicht immer möglich zu erkennen, ob man sich gerade mit Fake News oder mit gut recherchierten Informationen auseinandersetzt. Denn die Taktiken jener, die diese Desinformationen in die Welt setzen, werden immer perfider. Das führte beispielsweise soweit, dass Handymasten in England in Brand gesetzt wurden, weil sich hartnäckig das Gerücht hielt, 5G würde das Virus verbreiten. Zudem häufen sich in den USA und Deutschland Demonstrationen, die eine Gefährdung durch COVID-19 anzweifeln. Zusätzlich werden Studien, die keinen hohen Qualitätsanspruch haben, vermehrt in angesehenen Medien besprochen, was wiederum Verwirrung stiftet. Wie gefährlich sind Fake News und wie erkennt man sie? Was bedeutet journalistische Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in Recherche und Themenauswahl? Und welche Verantwortung haben Medien im Umgang mit ihrem Narrativ in Krisenzeiten? Dazu diskutiert Johannes Stolitzka (NEOS Lab) mit dem Nationalratsabgeordneten und NEOS Zukunftspartner Helmut Brandstätter und mit Andre Wolf, Pressesprecher und Content- and Social Media Coordinator bei Mimikama, einer Plattform, die u. a. Fake News aufdeckt. Wir freuen uns auf einen spannenden Lunch Talk mit euch!

Podium:

  • Helmut Brandstätter, NEOS Zukunftspartner 
  • Andre Wolf, mimikama 
  • Johannes Stolitzka, NEOS Lab (Moderation) 

Online-Lunch: Wirtschaft im Corona-Schock
(16. April 2020)

Seit nun mehr als vier Wochen gibt es Ausgangsbeschränkungen für alle Österreicher_innen und Bewohner_innen Österreichs. Der Handel im Geschäftslokal, die Produktion in der Industrie, die Gastronomie und der Tourismus sind fast komplett zum Erliegen gekommen. Der Dienstleistungssektor läuft nur stark eingeschränkt. Die österreichische Regierung hat zwar einen Fahrplan präsentiert, wie das gesellschaftliche Leben langsam wieder hochgefahren werden könnte, es gibt jedoch keine eindeutigen Vorhersagen wie sich die Krise weiterentwickeln wird. Ob und wann wir wieder zur Normalität zurückkehren können – national, wie international – ist ungewiss. Fast alle Wirtschaftsinstitute rechnen mit einer weltweiten Rezession. Die OECD schätzt, dass viele Länder einen Rückgang ihres BIP von bis zu 30% erleben könnten. Auch Österreich steht im Jahr 2020 vor einer Rezession. Welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen jetzt nötig sind, darüber diskutieren wir mit Hanno Lorenz (Agenda Austria), Michael Schuster (UNOS) und Euch, den Gästen bei Let’s Talk@Lunch im Online-Format!

Podium:

  • Hanno Lorenz, Agenda Austria
  • Michael Schuster, UNOS - Unternehmerisches Österreich 
  • Johannes Stolitzka, NEOS Lab

Online-Lunch: Corona - Krise oder Chance für den Klimaschutz? 
(1. April 2020)

Das weltweit eingeschränkte öffentliche Leben wirkt sich zwar kurzfristig positiv auf das Klima aus. Langfristig könnte die Pandemie aber die Klimakrise verschärfen, so die Meinung einiger Expert_innen. Durch die globale Entschleunigung hat die Corona-Pandemie mit dem Rückgang der weltweiten CO2-Emissionen einen positiven Nebeneffekt. Dieser ist aber vielleicht nur von kurzer Dauer, da Unternehmen, die von wirtschaftlichen Einbußen betroffen sind, im Zuge ihrer Restrukturierungen Klimaschutzmaßnahmen wieder hintenanstellen könnten. Die diesjährige Klimakonferenz COP26 im November in Glasgow wird daher als eine der letzten Gelegenheiten gesehen, um das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 noch rechtzeitig umzusetzen. Welchen Beitrag die Politik dazu leisten müsste, diskutieren wir mit euch zur Mittagszeit und freuen uns auf einen inspirierenden Lunch-Talk im virtuellen Raum! 

Podium:

  • Anna Lindorfer, Fridays for Future Vienna
  • Michael Bernhard, NEOS-Sprecher für Familie, Umwelt und Bürgerinitiativen
  • Stefan Gara, NEOS Wien-Sprecher für Stadtentwicklung, Energie, Klimaschutz, Gesundheit, Standort, Wissenschaft und Forschung
  • Max Harnoncourt, Leiter Innovation & Partizipation des NEOS Lab (Moderation)

Frauen leben länger, aber wovon? - Automatisches Pensionssplitting gegen Altersarmut von Frauen 
(4. März 2020)

Frauen tragen die Hauptlast der Familienbetreuung, arbeiten nur halbtags und schauen bei der Pension durch die Finger. Dies ist auch im Jahr 2020 ein ganz überwiegendes Szenarium. Viele Frauen haben ihre Erwerbstätigkeit zugunsten der Kindererziehung unterbrochen, reduziert oder aufgegeben. Auch wenn sie nach der Karenz wieder rasch ins Berufsleben einsteigen, sind viele von ihnen nur Teilzeit beschäftigt und haben damit beim Pensionsanspruch das Nachsehen. Laut Statistik Austria sind 568.000 Frauen in Österreich, also rund 13% von Frauenarmut in der Pension betroffen. Das automatische - statt dem derzeit freiwilligen - Pensionssplitting mit einer opt-out Möglichkeit, wäre ein wesentlicher Schritt, um gegen Altersarmut von Frauen aufzutreten und die finanzielle Kluft zwischen Männern und Frauen zu verringern. Welche politischen Maßnahmen braucht es, damit Frauen aus dieser Negativspirale von geringeren Einkünften und weniger Altersbezügen aussteigen können? Dies diskutieren wir im aktuellen Lunch Talk im NEOS Lab. 

Podium:

  • Eva Gollubits, Generaldirektor-Stv.in Pensionsversicherungsanstalt
  • Henrike Brandstötter, NEOS Frauen- & Gleichbehandlungssprecherin
  • Sarah Trippl, NEOS Fachreferentin für Gleichbehandlung, Frauen, Jugend & Familie und Arbeit
  • Birgit Allerstorfer, Direktorin NEOS Lab (Moderation)

Präventivhaft - Verrat an den Grundrechten? 
(19. Februar 2020)

Die letzte Türkis/Blaue Regierung nahm die tödliche Messerattacke, die ein Asylwerber auf den Sozialamtsleiter in Dornbirn verübte, als Anlassfall, eine Präventivhaft für Asylwerber_innen prominent anzukündigen. Ablehnende Reaktionen von Rechtsgelehrten und Menschenrechtsorganisationen folgten umgehend, da die Präventivhaft ein rechtswidriger Eingriff in die Grund- und Freiheitsrechte sei. Zudem können Asylwerber_innen, die eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen - seit der Fremdenrechtsnovelle 2018 - bereits während des Asylverfahrens in Schubhaft genommen werden. Nun hat die neue Türkis/Grüne Regierung unter dem Kapitel „Asyl und Migration“ genau diese Präventivhaft in ihr Regierungsprogramm aufgenommen. 

Auf welchem rechtlichen Boden bewegt sich das Vorhaben der Regierung? Besteht die Möglichkeit, dass es der Regierung gelingt eine Präventivhaft einzuführen? Und kann sich eine Verfassungsänderung überhaupt nur auf Asylwerber_innen beziehen, ohne gleichheitswidrig zu sein? Über diese und andere Fragen diskutieren die Teilnehmer_innen mit dem NEOS Sprecher für Verfassung und Menschenrechte Niki Scherak am Mittagstisch. Die Moderation des Lunch_Talks übernimmt die Direktorin des NEOS Lab, Birgit Allerstorfer.

Podium:

  • Nikolaus Scherak, stellvertretender Bundesvorsitzender NEOS, Sprecher für Verfassung und Menschenrechte, Abgeordneter zum Nationalrat
  • Adel-Naim Reyhani, Boltzmann Institut für Menschenrechte
  • Moderation: Birgit Allerstorfer (Direktorin NEOS Lab)