Dashboard: Der zweite Lockdown

Das NEOS Lab Dashboard gibt regelmäßig einen schnellen Überblick über aktuelle und relevante Themen. Feedback und Anregungen zu weiteren Daten und Darstellungen gerne an lab.daten@neos.eu

1. Österreich ist ein europäischer Hotspot geworden

Die Neuinfektionen sind in den vergangenen Wochen auf Rekordwerte gestiegen. Mit dem harten Lockdown ab 17.11. sind allerdings erste Effekte des "Lockdown Light" sichtbar geworden, der Ende Oktober veranlasst wurde. 

2. Das ist zuletzt auch an der Übersterblichkeit sichtbar geworden. 

In den vergangenen Wochen ist auch erstmals seit dem Frühjahr eine Übersterblichkeit zu beobachten. Altersstandardisierte Sterblichkeitsdaten sind ein wichtiger Public Health Indikator, da wir oftmals nicht genau messen können wie parallel stattfindende Intervention in unserem Gesundheitssystem (z.B. Verschieben von Operationen und COVID-Patient_innen in Spitälern) sich auf unser Gesundheitssystem auswirken. Ebenso erlauben sie eine Einordung, über die Auswirkung von wiederkehrenden Ereignissen, wie beispielsweise die jährliche Grippesaison. In dieser Grafik wird die Differenz der wöchentlichen Sterblichkeit (gesamt, 0-64 Jahre, 65+ Jahre) aus 2020 mit dem Durchschnitt der Jahre 2016-19 verglichen. Je größer die Differenz, desto mehr Sterbefälle wurden in der entsprechenden Woche verzeichnet. Dies wird oftmals auch Übersterblichkeit bezeichnet.

3. Die Mobilität geht bereits zurück. 

Die Österreicher_innen haben ihre Mobilität bereits vor dem neuen Lockdown eingeschränkt. Weniger Zeit wird beim Einkaufen oder Freizeitaktivitäten verbracht, mehr Zeit zuhause. Der „Lockdown Light“, der seit Anfang November gilt, mag vielleicht noch nicht zu einer merklichen Reduktion bei Neuinfektionen oder einer Entlastung der Spitäler beigetragen haben. Aber er blieb jedenfalls nicht folgenlos. 

4. Neuer Schock für den Arbeitsmarkt?

Die Arbeitslosenquote ist zuletzt wieder leicht gestiegen. Erstmals seit dem Ende des ersten Lockdowns hat sich der Arbeitsmarkt in den vergangenen Wochen nicht mehr entspannt, sondern es suchen mehr Menschen Arbeit. Die Arbeitslosigkeit steigt auch, wenn man saisonale Effekte berücksichtigt, also etwa die Auswirkungen der Wintermonate auf die Beschäftigung in der Bauwirtschaft. 

5. Keine Volllast im Lockdown

Ein weiterer Indikator für die aktuelle Wirtschaftslage ist der Stromverbrauch. Im Vergleich zum Vorjahr 2019 ist der Stromverbrauch in der ersten Phase des Lockdowns stark gesunken, weil Büros leer waren oder so manche Produktion still stand. Auch zuletzt ist er gesunken, ein Anzeichen dafür, dass die Wirtschaftslage sich zuletzt wieder leicht verschlechtert hat. 

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