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VDB: Nicht für die Grünen. Für die Republik.

26.04.2016 Josef Lentsch

Ich habe in den letzten zwei Tagen mit Wähler_innen von Andreas Khol gesprochen, die am 22. Mai weiß wählen wollen. Sie stünden politisch gleich weit weg von Hofer und Van der Bellen. Andere wollen Norbert Hofer wählen. Ich selbst habe Irmgard Griss gewählt, und wie andere ihrer Wähler_innen verspüre ich eine gewisse Ambivalenz bei dem Gedanken, am 22. Mai Alexander Van der Bellen zu wählen.

Da ist die fragwürdige und von ihm selbst relativierte „Unabhängigkeit“ („Waren Sie schon mal bei einem grünen Bundeskongress?“).

Da ist diese Müdigkeit, die er verströmt, und die so ganz im Gegensatz zu den „Mut“- und „Kraft“-Sujets seiner Kampagne steht.

Da waren die unschönen Versuche von Grünen, ihn in die Stichwahl zu hieven, indem sie, strategisch oder nicht, Irmgard Griss unter der Beteiligung von Medien wie der Zeit in die Nazi-Ecke zu drängen versuchten.

Überhaupt war ich am Beginn der Kampagne eher geneigt, Van der Bellen zu wählen, als gegen Ende.

Und jetzt beginnt gerade die Organisation von Demos gegen Hofer unter Beteiligung von Grünen Studierenden und Jungen Grünen, die das Potenzial haben, zu Krawallveranstaltungen zu werden.

Am 22. Mai ist das alles egal. Es geht vielleicht nicht um alles, aber um sehr viel. Ich will keinen Kornblumen-tragenden Bundespräsidenten vom rechten Rand der FPÖ, über den wir uns noch wundern werden. Ich will keinen Bundespräsidenten, der einer Vereinigung angehört, die die österreichische Nation in Frage stellt, und der gegen einen EU-Beitritt stimmen würde.

Ich werde am 22. Mai Van der Bellen wählen. Nicht für die Grünen. Für die Republik.

Es wird auf jede Stimme ankommen. Einen Khol-Wähler habe ich schon überzeugt.