« Zurück zur Übersicht

Warum Andreas Babler Teil des Problems ist

Der Ruf des Selbstbedienungsladens eilt der österreichischen Politik mittlerweile weit voraus. Zu Recht, denn allzu lange haben sich SPÖ und ÖVP das Land untereinander aufgeteilt. Anstatt Reformen voranzutreiben haben sie sich und ihren Günstlingen die Taschen vollgestopft.

Mitte letzten Jahres ist mir und wohl einem Großteil der österreichischen Öffentlichkeit ein Sozialdemokrat positiv aufgefallen: Andreas Babler, SPÖ Bürgermeistern in Traiskirchen. Er positionierte sich geschickt als Kritiker der Regierung in Asylfragen und wurde zum Liebling des linken Flügels der SPÖ. Auch ich empfand ihn, obgleich ich ihm inhaltlich und politisch oft nicht zustimme, als Bereicherung der Politiklandschaft. Vor 220 Tagen habe ich also über Andreas Babler folgendes getwittert:

Unbenannt

Und leider habe ich mich in ihm geirrt. Andreas Babler hat mir die Seite der Österreichischen Politik gezeigt, die ich von ihm nicht erwartet habe: Ein Politiker, der sich als sein eigener Günstling links und rechts die Taschen vollstopft. Andreas Babler hat sich nämlich neben seinem Job als Bürgermeister noch zusätzlich selbst als Leiter der „Stabsstelle IT und Kommunikation“ angestellt. Zusätzlich bekommt er noch vom Wasserleitungsverbands Triestingtal einen Betrag „knapp unter 500€“. Insgesamt ein Monatslohn über 11.000 Euro brutto – nicht schlecht für jemanden, der seine eigene Partei dafür kritisiert, dass sie den Anschluss an die Lebensrealitäten jener verloren, die es sich nicht selbst richten können. Was ich kritisiere, ist nicht die Höhe des Gehalts bzw. eigentlich der Gehälter. Es ist die Unverfrorenheit, sich ohne Scham am öffentlichen Gut zu vergreifen.

Was Babler gemacht hat war und ist falsch. Es war und ist ein weiterer Beitrag den Ort „Politik“ zu verschandeln. Es war und ist ist die Handlung eines linken Hoffnungsträgers, der die Hoffnungen vieler Sympathisant_innen, dass es auch einen anderen Zugang zur Politik gibt, als es bisher in den beiden Altparteien vorgelebt wurde. Es war und ist ein klares Zeichen dafür, dass sich SPÖ und ÖVP nicht nur nicht verändern wollen, sondern es auch einfach nicht können.

In einem Interview mit nzz.at hat Babler die Überheblichkeit vieler Linker gegenüber der Bevölkerung kritisiert: „Die Leute sind keine Deppen. Sie deklarieren sich nicht ohne Grund, sondern weil es konkrete Probleme gibt“. Herr Babler, leider sind Sie Teil des Problems.