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World Forum for Democracy: Der Jugend eine Stimme geben

Das World Forum for Democracy in Strasbourg war für mich ein Höhepunkt in diesem aufregenden Jahr. Was mich besonders begeistert und fasziniert hat, war nicht nur das Wissen, welches die jungen Teilnehmer_innen mitbrachten, sondern auch deren unglaubliche Vielfalt. Junge Menschen von allen Kontinenten und aus über 100 Ländern waren dabei, diskutierten über Demokratie und stellten ihre eigenen Ideen und Initiativen vor. Wieder einmal zeigte sich wie bereichernd Vielfalt sein kann!

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Der Grundtenor war klar: Nein, es ist nicht die Demokratie per se, die die jungen Menschen verdrossen macht. Was uns stört ist die Tatsache, dass das derzeitige politische System unsere Interessen ignoriert und unsere Zukunft auf’s Spiel setzt. Dazu passt auch der Leitantrag der JUNOS, der letztes Wochenende am Bundeskongress beschlossen wurde. Junge Menschen müssen den Schritt ins politische System wagen und die Politik muss uns nicht nur als zukünftige, sondern auch als derzeitige Akteur_innen begreifen.

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Spannend war der Eingangsvortrag von Jeremy Rifkin, Regierungsberater, Zukunftsvisionär und Bestsellerautor, der die Teilnehmer_innen in die Welt der Sharing Economy einführte. Er geht davon aus, dass wir uns dem Zeitalter der intelligenten Gegenstände nähern, in dem das Teilen und Tauschen das neue Haben wird. Er nennt hier den Begriff des kollaborativen Gemeinguts. Einen detaillierteren Einblick dazu erhält man in seinem neuen Buch.

 

Diskutiert wurde auch das Thema Kinderwahlrecht. Eines meiner Herzensanliegen. Meine Meinung dazu ist mittlerweile aus den sozialen Medien klar. Ich trete stark für ein Kinderwahlrecht ein. Meiner Meinung nach sind die Interessen von Kindern und Jugendlichen im aktuellen politischen System nicht angemessen repräsentiert. Das Kinderwahlrecht würde zu einer besseren Vertretung der Interessen der Jungen und zu einer früheren Politisierung von Kindern und Jugendlichen führen. Dafür sprechen aus meiner Sicht nicht nur rechtliche, sondern auch sozio-ökonomische Gründe. Dass meine Posts dazu auf der Twitter-Wall im Hemicycle aufschienen, zeigte jedoch die Relevanz des Themas. Doch dieses Thema wurde von den Teilnehmer_innen kontroversiell disktutiert. Dies spiegelte sich auch in der abschließenden Abstimmung zu diesem Thema wider, wo sich 54,83% der Jugendlichen im Raum für eine allgemeine Senkung des Wahlalters aussprachen.

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Ein zentrales Element des World Forums waren die sogenannten Labs, also Workshops, in denen die Initiativen von jungen, engagierten Menschen vorgestellt wurden. Auf 3 möchte ich gerne kurz eingehen:

1)      Learning to count: Ein Projekt des Franzosen Gil Pradeau, der gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ‎Bürger_innenhaushalte durchführte. Eine Übersicht, wie er den Prozess aufgesetzt hat, findet man hier.

2)      VOTENAWEB: Die Plattform einer engagierten brasilianischen Journalistin, die Bürger_innenbeteiligung in der brasilianischen Gesetzgebung forciert.

3)      Generation Democracy: Ein türkische Initiative, die türkischen Schüler_innen Demokratie und demokratische Prozesse durch Einbindung aller Akteure näher bringt.

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Das World Forum for Democracy war ein inspirierende Veranstaltung, die von jungen und engagierten Menschen zu einem Fest der Demokratie gemacht wurde. Wir Junge sind die Treiber der Veränderung. Diesem Anspruch sollten wir gerecht werden!