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Die Zentralmatura: viel Licht, vielleicht

01.02.2016 Josef Lentsch

Allen Kritiken zum Trotz: Die Zentralmatura hat schon bei ihrer Premiere wichtige Informationen geliefert. Warum schneiden beispielsweise Mädchen entgegen den Erwartungen und der Evidenz in Englisch schlechter ab als Buben? (Hier geht’s zum Standard-Artikel.)

Man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse die angekündigte Studie darüber zu Tage fördern wird. Möglicherweise wird das bedeuten, unangenehmen Wahrheiten über Didaktik und die unzureichende Förderung oder sogar Diskriminierung von Mädchen ins Auge zu sehen. Dann gilt es daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten, und diese sauber umzusetzen. Drei Dinge erscheinen wichtig:

Im Interesse des nächsten Maturajahrgangs gilt es, die Erkenntnisse möglichst rasch auf den Boden zu bringen. Hier braucht es vor allem professionelles Projektmanagement, hier hat das Bifie bzw. das Ministerium nicht immer eine gute Figur gemacht.

Und im Interesse einer möglichst hohen Qualität der Debatte darüber, was die Ergebnisse bedeuten, braucht es unbedingt und sofort umfassende Transparenz: „In allen anderen Ländern mit Zentralmatura gibt es eine öffentliche Auswertung“, sagt Günter Haider. Nur nicht in Österreich, dem Land des Amtsgeheimnisses. Das ist ein unerträglicher Zustand, der dringend geändert gehört.

Drittens: Es gehört nicht nur eine Gender-Studie gemacht, sondern auch eine Bundesländer-Studie. Warum schneiden manche deutlich besser ab als andere? Hier gilt es ebenso unangenehmen Wahrheiten ins Auge zu blicken (weswegen es wohl nie passieren wird).

So sinnvoll die Zentralmatura als Instrument ist, für eine echte Veränderung im System braucht es die Bildungswende von unten. Die nächste Chance, hier mit an Bord zu kommen, gibt’s am 3.3. in Innsbruck.