Wie Österreich zu einem Land der Gründer und Gründerinnen werden könnte

Ein Policy Brief von Günther Oswald

Die Startup-Szene wartet bisher vergeblich auf Verbesserungen für Gründer und Gründerinnen. Dabei ist Österreich im internationalen Vergleich stark überreguliert. Im Berufszugangsindex der OECD weisen wir die stärksten Zugangshürden bei den persönlichen Dienstleistungen auf. Gleich in sechs von neun untersuchten Professionen sind Verwaltungsaufwand, Qualifikationserfordernisse und Mobilitätseinschränkungen so hoch wie in keinem anderen europäischen Staat. Würden wir die Regulierung auf schwedisches Niveau zurückfahren, könnte die Produktivität um mindestens 1,5 Prozentpunkte gesteigert werden. Das würde sich positiv auf auf das Wachstum auswirken und wäre ein Beitrag zur Senkung der aktuell hohen Inflation.

Policy Brief

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Abstract

In diesem Policy-Brief werden Optionen aufgezeigt, wie Österreich zu einem Land der Gründer und Gründerinnern werden könnte. In einem ersten Schritt muss die Gewerbeordnung komplett neu aufgesetzt werden. Die Zahl der reglementierten Gewerbe sollte gemäß internationalen Benchmark-Vergleichen deutlich reduziert werden. Es müssen aber auch alle Möglichkeiten der Digitalisierung beim Gründungsvorgang ausgeschöpft werden.

„Ein echter One-Stop-Shop nach neuseeländischem Vorbild, der eine digitale Gründung binnen eines Tages ermöglicht, würde im Schnitt 1.800 Euro an Ersparnis bringen. Effiziente Betriebsanlagengenehmigungen nach dänischem Vorbild brächten eine Entlastung von durchschnittlich 10.000 Euro.“
Studienautor Günther Oswald

Empfehlungen in der Übersicht

Hürden abbauen

..würde Österreich seine Berufszugangshürden auf schwedisches Niveau absenken, würde das die Produktivität der Unternehmen gemäß OECD-Schätzungen um mindestens 1,5 Prozentpunkte steigern.

Gewerbeordnung NEU

...ein Gewerbeschein (Single Licence) muss für alle unternehmerischen Aktivitäten ausreichend sein und würde für eine sofortige Entlastung von 70 bis 80 Millionen Euro sorgen. Die kostenpflichtige Wirtschaftskammer-Pflichtmitgliedschaft ist international aber ohnehin ein Relikt und sollte abgeschafft werden..

Startup-Reform nur der Startpunkt:

...durch das Streichen von Notariats- und Veröffentlichungspflichten können Gründungstempo erhöht und die Kosten gesenkt werden. Klar ist aber auch: Die FlexCo kann nur der Startpunkt für weitere Reformen sein.

Echter One-Stop-Shop: 

...Das aktuelle Unternehmensservice-Portal ist ein Anfang, es braucht aber einen echten One-Stop-Shop nach neuseeländischem Vorbild (z.B. business.oesterreich.gv.at), über den alle Gründungsvorgänge binnen eines Tages erledigt werden können. Die Gründungsvorgänge sollen, wie das in vielen anderen Ländern der Fall ist, weitgehend kostenlos möglich sein.

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18. August 2022 - Günther Oswald

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