Auf liberalen Spuren: Zur Anmeldung
Die Hummel, der Liberalismus und die Sache mit der Ausstellung
„Wir machen eine Doku. Und eine Ausstellung.“

© NEOS Lab
So ungefähr hat unser NEOS-Lab-Projekt Anfang des Jahres begonnen. Mit einem Satz, der erstaunlich souverän klingt, solange niemand die naheliegende Frage stellt: „Könnt ihr das eigentlich?“
Die Antwort wäre damals ziemlich eindeutig gewesen: Nein.
Trotzdem planen wir gerade unsere Premierenveranstaltung „Auf liberalen Spuren“, am 22.9.2026 rund um die Doku und Ausstellung „Gegen alle Widerstände“ – und unser Blick auf den österreichischen Liberalismus von 1848 bis 2026.
Denn manchmal ist der Abstand zwischen „Das können wir nicht“ und „Das machen wir“ erstaunlich klein.
Wie kuratiert man eine Ausstellung?
Natürlich kam irgendwann die praktische Frage: Wie kuratiert man eine Ausstellung? Welche Geschichten gehören hinein? Welche lässt man weg? Wo hängen wir diese dann auf? Wie macht man eine Doku? Wen fragt man? Wie führt man Interviews?
Die ehrliche Antwort auf all diese Fragen lautete zunächst: Keine Ahnung.
Aber vielleicht ist genau das manchmal der entscheidende Punkt.
Es gibt Dinge, bei denen wir genau wissen, wie sie funktionieren. Wir haben Erfahrung, Routinen, Checklisten. Und dann gibt es Dinge, bei denen man irgendwann einfach anfangen muss. Mit einer Idee, ein bisschen Mut – und der Bereitschaft, unterwegs herauszufinden, wie es geht.
Kann die Hummel fliegen?
Dazu passt die berühmte Geschichte von der Hummel: Sie könne nach den Gesetzen der Aerodynamik eigentlich gar nicht fliegen. Das Problem sei nur: Die Hummel weiß das nicht. Also fliegt sie einfach. Ob die Geschichte wissenschaftlich stimmt, sei dahingestellt. Als Metapher ist sie unschlagbar.
Denn vielleicht braucht es manchmal genau diese Haltung: Nicht erst darauf zu warten, bis man sich hundertprozentig kompetent fühlt. Sondern zu sagen: Wir probieren es.
Und so wurde aus „Können wir das überhaupt?“ irgendwann „Wie machen wir das am besten?“
Aus ersten Ideen wurden Recherchen. Aus Recherchen wurden Gespräche. Aus Gesprächen wurden Geschichten. Aus Geschichten wurden Texte, Videos, Grafiken – und irgendwann erstaunlich viele Dateien mit dem Namen „NEOS Lab_Liberalismus_final_final_wirklichfinal_neu“.
Natürlich lief nicht alles nach Plan. Das wäre bei einem Projekt, das mit „Das haben wir noch nie gemacht“ beginnt, auch etwas eigenartig gewesen. Wir haben gelernt, verworfen, neu gedacht, diskutiert, umgebaut und vermutlich mehr als einmal festgestellt, dass „kurz noch eine Kleinigkeit ändern“ ein Satz ist, der in der Projektplanung grundsätzlich unterschätzt wird.
Aber wir haben vor allem eines gelernt: Man muss nicht alles können, um etwas Großes auf die Beine zu stellen.
Man braucht Menschen, die einander ergänzen. Menschen, die Fragen stellen, wenn andere schon zu tief im Thema stecken. Menschen, die sagen „Das geht nicht“ – und andere, die antworten: „Lass es uns trotzdem versuchen.“ Und manchmal braucht es einfach jemanden, der irgendwann sagt: „So, jetzt hängen wir das Ding auf und spielen den Film ab.“
Gegen alle Widerstände
„Gegen alle Widerstände“ ist deshalb nicht nur eine Doku und eine Ausstellung über unsere Liberalismusgeschichte geworden. Es ist auch ein kleines Beispiel dafür, was passiert, wenn man sich von der eigenen Unwissenheit nicht aufhalten lässt.
Vielleicht ist das überhaupt ziemlich liberal: Nicht zu warten, bis alle Antworten da sind, sondern den Mut zu haben, etwas auszuprobieren.
Die Hummel fliegt schließlich auch.
Und wir haben unsere Ausstellung und Doku – Gegen alle Widerstände.
Manchmal ist „Wir haben das noch nie gemacht“ eben kein Gegenargument. Sondern der beste Grund, es einmal zu versuchen
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