weitBLICK mit Irmgard Griss 
#4 Feminismus - Zurück in die Zukunft?

 

Im Zuge der weitBLICK-Reihe im Herbst setzen sich Irmgard Griss und hochkarätige Expert_innen mit einem gesellschaftspolitischen Thema auseinander, das in einer sich progressiv-entwickelnden Gesellschaft, aktueller ist den je: dem Feminismus. 

In der westlichen Welt blickt die Frauenbewegung auf eine bewegte Vergangenheit und wahrscheinlich, aufgrund der Corona-Krise, auch auf eine eben solche Zukunft. Denn auch wenn seit der französischen Revolution und noch viel mehr seit den Frauenrechtsbewegungen des 20. Jahrhunderts viele Forderungen umgesetzt und eine gesetzliche Gleichstellung zwischen Frau und Mann auf den ersten Blick erreicht wurde, so gibt es noch immer unzählige Formen der Ungleichbehandlung. Dies kann man unter anderem daran erkennen, dass noch immer der überwiegende Teil der Führungspositionen in Wirtschaft und Politik von Männern dominiert werden. Oder daran, dass Österreich einen traurigen Spitzenplatz in der Gender Pay Gap Statistik von Eurostat einnimmt, die besagt, dass Frauen fast 20% weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Gerade die Corona-Krise hat sehr deutlich gezeigt, dass die österreichische Regierung Frauen in veraltete Rollenbilder drängt und Männer in der Kindererziehung außen vor lässt. Auch wenn die systemrelevanten Jobs in Pandemie-Zeiten zum Großteil von Frauen getragen wurden, zählen sie trotzdem zu den größten Verliererinnen der Krise. 

Engagierter Feminismus und Empowerment von Frauen sind mehr denn je gefordert. Grund genug für das NEOS Lab in diesem weitBLICK-Schwerpunkt mit Video, Podcast und Talk der Geschichte der Frauenbewegung auf den Grund zu gehen und zu fragen: Woher kommen wir, wo stehen wir und wohin gehen wir?

"The Future is Female"

weitBLICK | Veranstaltung

Back to the 50‘s - Corona ein Desaster für den Feminismus? 
Di., 15.9., 18:30 Uhr | Livestream


Irmgard Griss, Juristin und Politikerin
Regine Bendl, Leiterin des Instituts für Gender und Diversität in Organisationen, WU Wien 
Petra Unger, Akademische Referentin für feministische Bildung und Politik, Gründerin Wiener Frauen*Spaziergänge
 

Binnen Tagen kippten während des Lockdowns emanzipierte Lebensmodelle und warfen Frauen in die 1950er-Jahre zurück. Die Entscheidung vor der Paare standen und stehen, ist ebenso simpel wie hart: Der Partner, mit dem höheren Einkommen und dem Vollzeitjob, arbeitet weiter, der andere, mit Teilzeitjob und dem geringem Einkommen, übernimmt - meist noch stärker als bisher - die Versorgungsarbeit. Nüchterne Überlegungen mit weitreichenden Folgen.

weitBLICK | Video

Feminismus Revisited - Zur Geschichte der Emanzipation

 

Im Zuge der Corona-Krise wurden längst überwunden geglaubte Rollenbilder reaktiviert. Drei eindrucksvolle Frauen, die die Entwicklungen der Frauenbewegung der letzten 40 Jahre revue passieren lassen, sprechen über Home-Office, Home-Schooling und Home-Cooking, über unbezahlten Care-Arbeit und soziale Ungleichheit während des Lockdowns - und darüber welchen Feminismus es im 21. Jahrhundert brauchen würde. 

weitBLICK | Podcast

Irmgard Griss & Katharina Mader | 
Feminismus auf dem Abstellgleis? 
Zur Renaissance alter Rollenbilder.


Bereits in den ersten Wochen des Lockdowns nahm die Arbeits- und Lebenszufriedenheit bei Frauen stärker als bei Männern ab. Frauen fühlen sich oft zugleich für die Betreuung und den Heimunterricht der Kinder verantwortlich, ebenso wie für ihren Job. Das hat dazu geführt, dass Frauen sich stärker als Männer in einer doppelten Verantwortung sehen. Fazit: Frauen tragen die Hauptlast und seit Corona sind auch Frauen der Mittelschicht betroffen.