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Gut Ding braucht Weile, oder: Da piepts!

Das NEOS-Lab-Haus und der ORF: Gibt es da Parallelen?

Helga Pattart-Drexler
Helga Pattart-Drexler
NEOS Lab Blog Header Kolumne Sodala - Helga - 09-2025-1600x899

Das Haus, in dem sich unser NEOS Lab befindet, ist eingerüstet. Die ganze Hoffassade ziert seit Monaten ein mehrstöckiges Gerüst, das über Wochen von Etage zu Etage aufgebaut wurde, mittlerweile nur noch über den Bauaufzug zu erklimmen, was jedes Mal ohrenbetäubend piept. Die Arbeiter werkeln unermüdlich an der Erneuerung des Hauses, der Fassade und des Dachausbaus, und wenn man sich ganz leise in den Hof schleicht, kann man den Unterhaltungen der Handwerker „lauschen“ , die lautstark miteinander kommunizieren: von „Merkel-Rufen“: „Wir schaffen das schon“, über Sager wie: „Des hamma gleich, is ja kein Problem“, bis zu genervten Kommentaren: „Du musst den Knopf beim Aufzug drehen und nicht drücken!“ im James-Bond-Modus. Jedenfalls tut sich was. Sichtbar. Der neue Glanz ist schon zu entdecken. Auch das NEOS Lab hat sich der Veränderung verschrieben. Ja, auch unsere Wände in den Trainings- und Weiterbildungsräumlichkeiten haben eine neue, fancy Whiteboard- und Magnetwand bekommen, aber das ist jetzt gar nicht gemeint.

ORF: Moderne Lösungen für moderne Probleme

Wir haben einen Beteiligungsprozess rund um den ORF gestartet, um einen Beitrag zur Veränderung zu leisten. Unser aller öffentlich-rechtlicher Sender, der ORF, eine wesentliche Säule der Demokratie, verträgt einen Neuanstrich, vielleicht sogar eine Rundumerneuerung. Warum? Nun die vielfältigen und modernen Herausforderungen rund um digitale und technologische Entwicklungen, die steigende Desinformation in Social Media, das veränderte Nutzer:innenverhalten, neue Erwartungen der Gebührenzahler:innen an den ORF, der steigende Bedarf an unabhängiger Berichterstattung und viele Aspekte mehr verlangen doch, dass man sich damit auseinandersetzt und für moderne Probleme auch moderne Lösungen findet und nicht in der Vergangenheit verharrt, und mit „Des haben wir immer schon so gemacht, warum sollten wir was ändern?“ kontert.

Konstruktiver Tag mit Spaßfaktoren

Dem im Regierungsprogramm vorgenommenen Reformprozess wollen wir mit Ideen und kreativen Lösungen im Gespräch mit Bürger:innen begegnen, um Konzepte zu erarbeiten, die im nachgelagerten Prozess verwendet werden können. Dazu haben wir letzten Freitag einen ORF-Hackathon im altbekannten Funkhaus veranstaltet. In vier Arbeitsgruppen haben Bürger:innen ihre Ideen zusammengetragen, diskutiert und vorgestellt, die auf die Zukunft des ORF abzielten. Expert:innen gaben Impulse, um weitere Inspirationen zu liefern. Out-of-the-Box-Gedanken trafen EU-weite Algorithmus-Ideen, Einbindung von Communitys und Pop-up-Studios wiederum den Nerv zeitgemäßer Integration von auf der Straße produziertem Content. Ein lustiger, launiger und unterhaltsamer Tag mit jeder Menge Spaßfaktoren, inklusive überdimensionierten Kinoplakaten mit dem falschen ORF-Gebäude drauf (wer weiß schon wo der ORF in Zukunft sein wird).

Am Ende des Tages waren sich alle einig: Abreißen muss man hier nichts, im ORF passiert schon vieles sehr gut. An einige Stellen haben wir definitiv Reformbedarf, betreffend zum Beispiel den notwendigen Austausch mit den Gebührenzahler:innen, den unabhängigen Journalismus, der weiter abgesichert werden soll, oder die politische Einflussnahme, die stärker verhindert werden muss.

Bin ich froh, dass nichts abgerissen wird. Auch das NEOS-Lab-Haus nicht. Der hinkende Vergleich macht mich sicher. Auch wenn manchmal das Gefühl entsteht, es würde alles schneller gehen, wenn wir von Neuem starten. Gut Ding braucht eben Weile. Piep. 

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