„Niemand wollte den ORF sprengen“: Nachbericht im Standard
Hackathon zur ORF-Zukunft: „Der Markt allein wird es nicht richten“: Nachbericht im Kurier
Kolumne: Gut Ding braucht Weile, oder: Da piepts!
Von mehr Regionalität bis zum Digitalhub: Viele Ideen für die Zukunft des ORF hatten die Teilnehmer:innen des ORF-Hackathon.

In vielen Ländern erfahren öffentlich-rechtliche Medien eine Akzeptanzkrise. Beim ORF-Hackathon am 13. Februar im Funkhaus war davon allerdings nichts zu spüren.
Gemäß dem Regierungsprogramm – der ORF soll schlanker, transparenter, bürgernäher, regionaler und nachhaltiger werden – starteten NEOS Lab und NEOS-Parlamentsklub einen Reformprozess. Ziel ist ein Positionspapier, das dann mit den Koalitionspartnern verhandelt werden soll. Um dafür Ideen zu entwickeln, trafen sich am 13. Februar interessierte Bürger:innen im Funkhaus.

Das Funkhaus selbst hat sich bereits neu erfunden. Jahrzehntelang wurden dort die ORF-Radioprogramme gesendet, bevor es 2016 verkauft wurde und 2023 die letzten Abteilungen auszogen.
Seither hat sich das Funkhaus zu einem offenen Kultur-, Partizipations- und Medienraum gewandelt, wie Hausherr Jürgen Weishäupl erklärte, das anderen Redaktionen sowie Künstler:innen Platz bietet. Genau der richtige Ort für einen ORF-Hackathon also.

In seinem einleitenden Impuls stellte der Medienwissenschaftler Leonard Novy die Grundsatzfrage: Ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk in seiner heutigen (Finanzierungs-)Forum ein Luxus? Denn: Die Medienwelt hat sich seit der Gründung des ORF stark verändert. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk konkurriert nicht mehr nur mit Privatsendern, sondern auch mit Streamingportalen und sozialen Medien. Dennoch: Öffentlich-rechtliche Medien sind demokratische Daseinsvorsorge, schloss Novy seinen Vortrag.
Das meinte auch Dieter Bornemann, Vertreter der ORF-Redakteur:innen. Er erläuterte die weltweite Vertrauenskrise – in alle Institutionen, wie Kirchen, Politik, Rechtsstaat und eben auch Medien. Dennoch, so Bornemann, genieße der ORF nach wie vor die besten Vertrauenswerte in Österreich.
Das war auch in den Arbeitsgruppen zu spüren. Viele Teilnehmer:innen verbinden mit dem ORF sehr nostalgische Erinnerungen: Nachrichtensendungen, die den Tag strukturieren, Am dam des, Club 2, Seniorenclub etc.
Warum dennoch nicht alles bleiben kann, wie es ist, erläuterte Bornemann: Das Geschäftsmodell vieler Medien ist weggebrochen, mehr als die Hälfte aller Werbegelder geht an große Digitalkonzerne, was keinerlei Wertschöpfung für Österreich bringt.
Gerade in Zeiten von KI-Videos, die dazu führen, dass wir nicht mehr glauben können, was wir sehen, seien die öffentlich-rechtlichen Medien jedoch der letzte Anker. Der ORF, so Bornemanns Fazit, ist ein wichtiger Teil der demokratischen Infrastruktur in Österreich.
Zukunftsforscher Marcel Aberle warf eine Grundsatzfrage auf: Wer ist der ORF in einer Welt, in der niemand mehr auf Sendeplätze wartet? Eine Idee von der Zukunft, so Aberle, fehle generell in unserer Gesellschaft, und auch was den ORF betreffe.

In vier Arbeitsgruppen entwickelten die Teilnehmer:innen mit viel Leidenschaft Ideen, wie der ORF in Zukunft aussehen könnte.
Einige Ideen aus den Arbeitsgruppen:
Und welche Ideen hast du für den ORF? Wir freuen uns, wenn du sie demnächst auf unserer „Mitreden“-Plattform einbringst!