Gewusst wie – der Weg zu EU-Förderungen
Europäische Städtepartnerschaften und EU-Partnergemeinden erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Denn vor allem kleinere Gemeinden können sich durch europaweite Vernetzungsprojekte hervortun. Vorausgesetzt, man findet sich im „EU-Förderdschungel“ zurecht.
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© Montage
Städte- und Gemeindepartnerschaften haben in Europa eine lange Tradition. Vor allem nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebten solche grenzüberschreitenden Projekte einen Boom und leisteten dabei einen wichtigen Beitrag für die Verständigung und folglich den Zusammenhalt in Europa. In diesem Sinn gehört die österreichische Gemeinde Bad Schallerbach gemeinsam mit der belgischen Partnergemeinde Koksijde zu den Pionieren, da sie ihre Partnerschaft bereits im Jahr 1955 eingegangen sind. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs haben sich die Städtepartnerschaften europaweit vervielfacht. Allein in Österreich sind 900 Gemeinden, also 38 Prozent, Teil derartiger Kooperationen.
Beliebte Kooperationsbereiche
Hoch im Trend liegen bei Gemeindepartnerschaften Fest- und Kulturveranstaltungen, Sportereignisse genauso wie Jugend- bzw. Schüler:innenaustauschprojekte. Außerdem erfreuen sich gemeinsame Projekte in Sachen Klimaschutz oder auch Digitalisierung zunehmender Beliebtheit. Interessanterweise geht es bei den gemeinsamen Projekten auch verstärkt um Treffen zum kommunalpolitischen Austausch und Wissenstransfer. Vom derartigen grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch und den dadurch vermittelten Good Practices können vor allem kleinere Gemeinden profitieren, indem sie bestehende Erfahrungswerte zur eigenen Optimierung in Sachen Verwaltung, Digitalisierung oder auch Tourismus nutzen können.
Europäischer Fokus
Grenzüberschreitende Kooperationsformen auf lokaler Ebene liegen klar im Fokus von EU-Förderprogrammen. Schließlich machen diese das gemeinsame Europa für die Menschen direkt erlebbar, ob es sich nun um eine gemeinsame Kultur- oder Sportveranstaltung handelt oder auch um ein gemeinsames Digitalisierungsprojekt.
Wesentlich ist, dass das jeweilige Projekt die fundamentalen europäischen Werte wie Grundrechte, Rechtsstaatlichkeit und liberale Demokratie stärkt und damit einen zentralen Beitrag zum gemeinsamen Europa leistet. Um welches EU-Programm es sich auch handelt, ein erfolgreiches EU-Projekt muss eine nachvollziehbare Begründung haben, daneben klare Zielvorgaben und Methoden zur Umsetzung genauso wie überzeugende Qualitätskriterien und Evaluierungsformen und schließlich einen möglichst großen Adressat:innenkreis bzw. eine bestechend gute Öffentlichkeitsarbeit und Breitenwirkung – also vom Outcome zum Impact.
Die Welt der EU-Förderprogramme
Die stets aktuellen Förderprogramme samt Deadlines lassen sich im Förderportal der Europäischen Kommission finden, unter: EU Funding and Tenders Portal. Gängige EU-Förderschienen für grenzüberschreitende Projekte sind beispielsweise folgende: Interreg unterstützt mitunter Verkehrs-, genauso wie Klima- und Tourismusprojekte. CERV (Bürger:innen, Gleichstellung, Rechte und Werte) fördert Bürger:innenbeteiligungsprojekte und europäische Gemeindenetzwerke. Erasmus+ richtet sich an Projekte zur Inklusion und Demokratiebildung. Das LEADER-Programm zielt auf Innovation und Nachhaltigkeit im ländlichen Raum ab, etwa in Sachen Dorfentwicklung, Tourismus oder auch Klimaschutz. Für Verwaltungspartnerschaften mit EU-Kandidatenländern und der EU-Nachbarschaft eignet sich das EU-Twinning-Programm. Damit bietet sich ein Pool an Fördermöglichkeiten an, vorausgesetzt man weiß wie.
Hilfestellungen für Gemeindepartnerschaften
Da es nicht jeder Gemeinde gleichermaßen leichtfällt, Partnergemeinden zu finden und unter teils hohem Aufwand EU-Förderansuchen zu stellen (Stichwort: Antragsprosa), gibt es auch Anlaufstellen zur Beratung und mögliche Partnergemeindenbörsen. Auch empfiehlt es sich beim Start von EU-Förderprogrammen, die Online-Beratungen zu besuchen. Meist wird von Förderstellen empfohlen, beim ersten Projektantrag nicht gleich die Projektleitung zu übernehmen, sondern als Projektpartner vom Projektleiter, also der projektleitenden Gemeinde, zu lernen. Nach möglichen Anfangsschwierigkeiten stellt sich für gewöhnlich recht rasch die Routine ein, sodass eigene innovative Ideen Gestalt annehmen und zur Umsetzung kommen und letztlich selbst als Good-Practice-Beispiel für zukünftige EU-Projekte auf lokaler Ebene fungieren.
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