Wofür es den ORF braucht und wofür nicht
Offener, digitaler, sturmfest: Visionen für den ORF
Ist der öffentlich-rechtliche Kernauftrag, wie er im Gesetz formuliert ist, noch zeitgemäß?

Im ORF wird bekanntlich gerade Grundsätzliches diskutiert. Abgesehen davon, wie sich Führungskräfte auf jeden Fall nicht verhalten sollten, gäbe es aber noch andere grundsätzliche Dinge zu klären, zum Beispiel: Was soll der ORF überhaupt sein?
ORF wie wir – für wen?
Eigentlich ist diese Frage ja beantwortet, es gibt ein ganzes Gesetz dazu. Der öffentlich-rechtliche Kernauftrag des ORF ist in § 4 ORF-Gesetz festgelegt. Da werden 19 Punkte aufgezählt, von „umfassender Information“ über „Förderung der Identität“ und „Förderung des Interesses der Bevölkerung an aktiver sportlicher Betätigung“ bis zu „Unterhaltung“. Und das alles nicht nur für Teile der Bevölkerung, sondern „für alle“.
Große Worte – die viel Spielraum für Interpretation lassen. Fördern Formel-1-Übertragungen das Interesse an aktiver sportlicher Betätigung? Finden zwischen „Der Bergdoktor“, „Soko Donau“, „Silvia kocht“ und „Sturm der Liebe“ „alle“ ausreichend Unterhaltung?
Der Auftrag des ORF ist, und das wurde auch in der Expert:innenrunde am 22. April (organisiert von NEOS Lab und NEOS-Parlamentsklub) als Problem identifiziert, wenig präzise.
Wissen, wohin man will
Aber erst wenn klar ist, was der ORF sein soll, kann man sich sinnvoll Gedanken darüber machen, welche Strukturen, Ressourcen und Rahmenbedingungen man braucht, um dorthin zu kommen.
Obwohl diese Grundfrage vorerst ungeklärt bleibt, gab es von den Expert:innen viele Ideen und konkrete Vorschläge für einen ORF der Zukunft. Diese werden in den weiteren ORF-Reformprozess einfließen.
Deine eigenen Ideen zum ORF kannst du übrigens auf unserer „mitreden“-Plattform einbringen.