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Europäische Souveränität darf nicht nur auf dem Fußballplatz gelten

Europa ist im Fußball konkorrenzfähig, in der Wirtschaft aber nicht so sehr. Zeit, das zu ändern.

Christoph Hofer
Christoph Hofer
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Drei europäische Nationen unter den ersten vier. Was bei der WM 2026 einer erneuten Machtdemonstration europäischer Teams gleichkommt, entspricht längst nicht mehr den volkswirtschaftlichen Gegebenheiten. Die Produktivität Europas stagniert, während uns die USA und China auf- und überholen.

Strukturell hohe Energiepreise, eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung, kritische Abhängigkeiten von Rohstoffen und ein immer engeres Korsett europäischer und nationaler Regulierung ersticken zunehmend unternehmerische Dynamik und Innovation. 

Dabei fehlt es Europa nicht an Ideen, Talenten oder gar Kapital – es fehlt ein stimmiges Wachstumsmodell, das diese Potenziale zusammenführt, meint Monika Köppl-Turyna, Direktorin des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria, im Rahmen ihrer Keynote im Rahmen des jüngsten ALDE-Kongresses in Wien.

Köppl-Turyna macht drei zentrale Handlungsfelder für die Politik aus: die Vollendung des Binnenmarkts, die Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Innovation sowie eine wirtschaftliche Souveränität, die kritische Abhängigkeiten reduziert, ohne in Protektionismus zu verfallen.

Ein entscheidender Wachstums-Schlüssel liegt vor allem in einer unabhängigen, leistungsfähigen europäischen Energieversorgung. Wie ist diese abseits von Schlagworten zu erreichen? Durch den Überfall Russlands auf die Ukraine ist der bisherige Deal für den günstigen Bezug von Öl und Gas aus Russland zum Betrieb mitteleuropäischer Industrieunternehmen geplatzt.

Was es nun vor allem braucht, ist eine verstärkte Integration der europäischen Stromnetze und den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien, argumentiert die NEOS-Europaabgeordnete Anna Stürgkh. Hierfür sind in den nächsten Jahren gewaltige Investitionen nötig – ca. zwei Billionen Euro bis 2050 – durch die es mittel- bis langfristig möglich sein wird, Preise zu senken und Resilienz zu schaffen. So nachzulesen in der Publikation „Independent Voltage. European Grid Resilience, Energy Sovereignty and EU Compability Standards“ anlässlich der vom NEOS Lab mitorganisierten Konferenz „Independent Voltage“ in Brüssel

Wie bei einer Fußball-WM, wo nur das Team gewinnt, das den Ball clever zuspielt, sich flexibel an neue Herausforderungen anpasst und als Einheit auftritt, muss Europa zusammenstehen: den Binnenmarkt vollenden, Regulierungen abbauen und strukturelle Abhängigkeiten reduzieren. 

Wird dies mit der nötigen Dringlichkeit verfolgt, darf man bald auch in Kontinentaleuropa wieder singen „It’s coming home!“ 

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