

Hohe Abhängigkeit, hohe Kosten: 5 Mrd. Euro für russisches Gas
Österreich zahlte in den vergangenen 12 Monaten fünf Mrd. Euro für russisches Gas. Neue Daten der Statistik Austria zeigen, dass Österreich auch im März 2022, dem ersten Monat nach Kriegsbeginn in der Ukraine, zu 87 Prozent von russischen Gasimporten abhängig war.
Gleichzeitig haben deutlich höhere Marktpreise für Erdgas dazu geführt, dass diese Importe so teuer waren wie noch nie. Alleine im März wurden rund 633 Millionen Euro für russische Gasimporte gezahlt. Im März 2021 waren es noch rund 181 Millionen Euro. Über die vergangenen zwölf Monate haben die russischen Gasimporte bereits fünf Milliarden Euro gekostet.
Das NEOS Lab hat in einer Prognose im April geschätzt, dass die Kosten für russische Gasimporte auf über 7 Milliarden Euro jährlich steigen könnten, wenn sich die Preise an den Gas-Märkten nicht deutlich entspannen oder die Importmengen drastisch reduziert werden. Dafür gibt es aber keine Anhaltspunkte. Während Deutschland offiziell verkündet, dass die Importabhängigkeit von russischem Gas von 55 auf 35 Prozent gesenkt worden sei, fehlen Angaben aus Österreich dazu. Die Außenhandelsdaten zeigen im Gegenteil, dass die jüngsten Importmengen und -summen für 77 bzw. 87 Prozent der österreichischen Gesamtimporte von Erdgas verantwortlich sind Nach dem Kriegsbeginn ist der russische Importanteil sogar gestiegen.

Dazu kommt, dass die leeren Gasspeicher bis Oktober mit nun deutlich teurerem Gas aufgefüllt werden müssen. Das könnte die Kosten für russische Gasimporte in den kommenden Monaten natürlich noch deutlicher steigen lassen.
Medienclippings
Österreichs Abhängigkeit von russischem Gas steigt

Vielleicht interessieren dich auch diese Artikel
-1600x899-1600x899.jpg)
Mehr Staat, mehr Schulden, weniger Spielraum
Die neuesten Zahlen der Statistik Austria und die jüngsten Prognosen der Wirtschaftsforscher lesen sich wie ein Weckruf: 22,5 Milliarden Euro Defizit 2024, oder ein negativer Saldo von 4,7 Prozent des BIP, und eine deutlich schlechtere Finanzlage in Länder und Gemeinden als gedacht. Klar ist: Österreichs Staat lebt über seine Verhältnisse.

Europa muss sich selbst verteidigen können
Alle wesentlichen Akteur:innen in der EU sind sich einig: Europa muss aufrüsten, und dafür braucht es Geld. Woher das kommen soll, darüber herrscht Uneinigkeit.

Kinderbildung ist die beste Investition
Die OECD liefert mit einem aktuellen Bericht wichtige Argumente für einen qualitätsvollen Ausbau der Kinderbildungseinrichtungen. Denn frühkindliche Bildung wirkt sich nicht nur positiv auf das spätere Leistungspotenzial der Kinder aus, sie ist auch ein gutes Mittel für mehr Bildungsgerechtigkeit.