
Zukunftsquote 2024
November 2023
Ein Policy Brief von Lukas Sustala
Die Zukunftsquote ist ein entscheidender Indikator für zukunftsorientierte Investitionen. Das NEOS Lab hat zum dritten Mal die Zukunftsquote für den österreichischen Bundeshaushalt ermittelt. Mit alarmierendem Ergebnis: Angesichts stark steigender Ausgaben bleibt die Zukunftsquote 2024 hinter dem Vorjahr zurück.
Die Studie im Überblick
Die Zukunftsquote ist ein Budgetindikator, der vom deutschen Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) entwickelt wurde. Er gibt an, welcher Prozentsatz des Budgets auf langfristige Politikziele ausgerichtet und welcher Anteil gegenwarts- oder vergangenheitsorientiert ist. Ziel ist es, zu bewerten, wie zukunftsgerichtet der Staat Geld ausgibt.
Die Kennzahl identifiziert vor allem jene Ausgaben, die einen Beitrag zur Mehrung von Humankapital, Naturkapital und technischem Wissen leisten. Dazu zählen vor allem:
- Maßnahmen gegen den Klimawandel: Diese tragen zur Erhaltung oder Verbesserung des Naturkapitals bei.
- Fortschritte in der frühkindlichen Bildung: Diese haben Einfluss auf die späteren Arbeitsmarktchancen der Kinder.
- Forschungsausgaben (v.a. im Bereich Grundlagenforschung): Diese wirken sich positiv auf den Wirtschaftsstandort aus.
Der Bewertungsalgorithmus wurde weitgehend vom ZEW übernommen. In einem ersten Schritt wurde jedes Budgetkonto auf zwei Ausschlusskriterien geprüft.
- Steht bei einer Ausgabe klar der Gegenwartsnutzen imVordergrund, fließt sie nicht in die Zukunftsquote ein. (Z.B.: Ausgaben für Sport und Kultur)
- Das zweite Ausschlusskriterium liegt vor, wenn eine Ausgabe einen eindeutigen Vergangenheitsbezug hat. (Z.B.: Zinszahlungen)
Alle Ausgaben, bei denen der unmittelbare Gegenwartsnutzen oder Vergangenheitsbezug nicht überwiegt, wurden in einem zweiten Schritt nach vier Primär- und drei Sekundärkriterien codiert.
- Jeder für die Zukunftsquote relevante Budgetposten wurde danach bewertet, ob die Ausgabe der Schaffung von technischem Wissen, Humankapital oder wachstumsrelevanter Infrastruktur dient oder einen Beitrag zur Erhaltung des Naturkapitals leistet.
- Die drei Sekundärkriterien „besonders lange Nutzenverzögerung“, „positive Externalität/öffentliches Gut“ und „Hinweise auf besonders starke Wirkung“ sollen zusätzlich helfen, zukunftsgerichtete Ausgaben sichtbar zu machen.

Für ein zukunftsorientiertes Österreich
Zukunftsquote 2024: Ergebnisse
Gegenüber 2023 sinkt die Zukunftsquote wieder leicht
25 %
ZIELWERT für die Zukunftsquote
20,8 %
Zukunftsquote 2024 in der „weiten“ Variante
13,6 %
Zukunftsquote 2024 in der „engen“ Variante
3 Empfehlungen
Auszug der Empfehlungen für ein zukunftsorientiertes Österreich
Zukunftsquote als Messlatte
Die Zukunftsquote (oder ein vergleichbarer Indikator) sollten künftig bei der Budgeterstellung mitgedacht werden, um eine zu starke Gegenwartsverzerrung in der Haushaltspolitik zu vermeiden.
Mehr Budget-Disziplin
Wenn öffentliche Gelder „mit der Gießkanne“ verteilt werden, untergräbt das das Vertrauen der Bürger:innen in den Staat und ist nicht dazu angetan, die Steuermoral zu heben.
Wachstumsfreundliche Reformen
Ein starker, gut ausgebauter Sozialstaat kann nur erhalten werden, wenn alle Wachstumsmöglichkeiten bestmöglich genutzt werden. Ein besseres Angebot bei der Kinderbetreuung kann etwa dazu beitragen, die Frauenerwerbsquote zu verbessern.
Zukunftsquote 2024 in den Medien
Artikel und Berichte zum Nachlesen
Zukunftsquote 2023
Bereits im vergangenen Jahr hat das NEOS Lab die Zukunftsquote für den österreichischen Bundeshaushalt errechnet. Alle Infos und den kostenlosen Download der gesamten Studie findet ihr hier:
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