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Von Montagen, Morgenmuffeln und Mental Health

Eigentlich ist heute Dienstag und eigentlich wollte ich euch heute von Bildung auf den zweiten Blick, brandneuen Academy-Kurs-Terminen und überhaupt viel Inspirierendes erzählen. Doch dann war Montagmorgen – und plötzlich alles anders.

Maria Lutz
Maria Lutz
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Montagmorgen (mitten in der Nacht).

Draußen kalte Finsternis und ein lauernder Arbeitstag, drin wohlige Behaglichkeit und eine flauschige Bettdecke. Der Wecker plärrt mich an, der Morgenmuffel in mir knurrt, ich wuchte mich aus den Federn und bin: Grantig. Keine Ahnung, wie ich es ins Badezimmer geschafft habe, doch bewaffnet mit der Zahnbürste in der einen und einem Häferl Tee in der anderen Hand, im Angesicht meiner selbst vor einem wirklich gnadenlosen Spiegel, stelle ich wenig später fest: Es wird nicht besser. Doch all mein Gebrumme, Raunzen und Schimpfen kann den montäglichen Arbeitstag nicht verschrecken, er pirscht sich minütlich näher an – und meine Laune wandert zusehends in den Keller. Trotzdem schreite ich tapfer Richtung Garderobe, kratze dort all meine verbliebenen Nerven und das rettende Bisschen Pflichtbewusstsein in mir zusammen, wickle uns in den wärmsten Mantel, den ich besitze, binde alles mit einem dicken Schal zusammen und verlasse (viel zu spät) das Haus. Und dann geht’s erst richtig los.

Der Mantel: Kann gar nix und der Schal ist auch schon wurscht, denn es ist arrr…benteuerlich kalt, trüb und schirch. Der Arbeitsweg: Athletisch wertvoll, eine beachtliche Eisschicht auf den Gehsteigen sorgt dafür, dass mir auf meinem Weg ins Büro nicht fad wird. Und der erste Termin des Tages: Rückt ohne Rücksicht näher. Schönen guten Morgen auch.

Blue Monday 2026

Dass heute, 19.01., Blue Monday 2026, der (angeblich) traurigste Tag des Jahres, sein soll, wundert mich überhaupt nicht. Die Erkenntnis, die der erste Termin an diesem Blue Monday bringt, dafür umso mehr. "Lebenszufriedenheit steigt, depressive Symptome sinken – mental health days-Studie zeigt Trendwende bei Jugendlichen", erfahre ich im Rahmen der Präsentation der "mental health days-Studie 2025". Oder, in den Worten des Studienautors Tobias Dienlin (Universität Zürich): "Die Ergebnisse sind erfreulich: Zum ersten Mal seit Beginn unserer Erhebung steigt die Lebenszufriedenheit und sinkt die Depressivität. Ebenso nimmt die Nutzung von Social Media und Smartphones erstmals wieder ab"

Na bitte Montag, geht doch. Das sind wirklich gute Nachrichten – und ich beschließe auf der Stelle, mir ein Vorbild zu nehmen. 

Smartphone weg – Augen auf.

Lasst uns versuchen, offen zu bleiben. Offen für die Welt; für die Menschen um uns herum. Sogar dann, wenn sie uns in den Öffis nur finster entgegenblinzeln. Denn wir alle haben unsere größeren und kleineren Päckchen zu tragen – und das ist an manchen Tagen schlicht: Anstrengend, kräfteraubend, zach. Bei NEOS haben Mitarbeitende die wunderbare Möglichkeit, sich über nilo, einer Plattform für mentale Unterstützung, jederzeit anonym Hilfe holen zu können. Ein Luxus, den allerdings nur die wenigsten haben. Wir können nie genau wissen, was unser Gegenüber gerade durch- oder mit sich ausmachen muss. Aber wir können, zumindest ab und zu, versuchen, wieder bewusst(er) wahrzunehmen, was um uns herum passiert. Schenken wir uns gegenseitig wieder etwas mehr Beachtung. Solange wir uns nicht völlig aus den Augen verlieren, bleiben Rücksicht- und Anteilnahme auch im stressigsten Alltag eine Option.

Sodala.

Kolumne Ende. Ich stell den Laptop jetzt zur Seite – und hole mir erst mal einen Kaffee. (Das sagen wir aber nicht der Chefin, ja?) Und wer weiß: Vielleicht treffe ich an der Kaffeemaschine einen anderen Morgenmuffel, der sich darüber freut, mit mir seinen Grant teilen zu können…

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