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Was ist das Europäische Liberale Forum – ELF?

Seit vielen Jahren kooperiert das NEOS Lab sehr erfolgreich mit dem European Liberal Forum (ELF) in Sachen Events, Publikationen und Netzwerkarbeit. Doch was ist ELF überhaupt? Eine Erklärung. 

Silvia Nadjivan
Silvia Nadjivan
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© Ina Holzknecht

ELF, also das European Liberal Forum, ist zugleich die europaweite Parteiakademie bzw. politische Stiftung und europäischer Thinktank der ALDE-Partei. Diese Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa umfasst als Dachverband liberale Parteien in Europa und besteht in dieser Form seit 2004. Seit 2019 gehört die ALDE-Partei der damals neu gegründeten Renew Europe Group an, die ebenfalls liberale Parteien in Europa umfasst und in dieser gemeinsamen Form erstmals 2019 bei den EU-Wahlen angetreten ist. 

Liberale Parteiakademie

Gegründet wurde die Non-Profit-Organisation ELF im Jahr 2007 in Brüssel – und zwar mit dem gemeinnützigen Ziel, nationale politische Stiftungen und Thinktanks in der EU, den EU-Beitrittskandidatenstaaten, den EWR-Mitgliedstaaten und den EU-Nachbarländern zusammenzubringen und mit ihnen gemeinsam liberale, demokratische und reformorientierte Ideen und Ideale voranzubringen – also die europäische Integration, Erweiterung sowie Prosperität. ELF bekennt sich klar zum Artikel 2 des Vertrags über die Europäische Union. Verankert sind darin u.a. Freiheit, Demokratie, Gleichheit genauso wie Rechtsstaatlichkeit und die Achtung der Menschenrechte. 

Europaweiter Thinktank

Als politische Stiftung der europaweiten ALDE-Partei und im Netzwerk von der Renew Europe Group wird ELF somit vom Europäischen Parlament mitfinanziert – und zwar in Relation zur Anzahl der gewählten Madatar:innen. Das ist durchaus vergleichbar mit den Parteiakademien in Österreich, die ebenfalls über deren Elternparteien finanziert werden.

Der Unterschied zwischen nationaler und europäischer Ebene liegt in der Mitgliederanzahl und im Aktionsradius. Während auf nationaler Ebene, also in Österreich, eine Partei mit Klubstatus (d.h. ab fünf Parlamentsabgeordneten) eine Parteiakademie betreiben kann, umfasst ELF als politische Stiftung und europaweiter Thinktank derzeit 56 Mitglieder, darunter sowohl Parteiakademien wie auch gemeinnützige Thinktanks aus EU- und Nicht-EU-Mitgliedsländern. Bei voller Mitgliedschaft verfügen Partnerorganisationen über ein Stimmrecht, können Bewerber-Organisationen den Zutritt zum gemeinsamen Netzwerk gewähren oder nicht und zahlen festgesetzte Mitgliedsbeiträge. Diese Beiträge kommen wiederum den gemeinsamen europaweiten Projekten sowie Aktivitäten zugute. Und davon gibt es viele. 

Weitläufiger Aktionsradius

Gemeinsam mit den 56 ELF-Mitgliedern innerhalb und außerhalb der EU realisiert ELF an die 40 verschiedene Projekte und über 180 Events im Jahr. Eines dieser Events war die ELF-Generalversammlung, also die ELF Spring 2026 General Assembly, die letzten April erstmals in Wien stattgefunden hat. Gastgeber vor Ort war das NEOS Lab, das in enger Abstimmung mit ELF alles mitorganisiert hat. Jedes Jahr findet im Frühling die ELF-Generalversammlung in einer anderen Stadt und somit in Kooperation mit einer anderen ausgewählten Partnerorganisation statt.

Vielfältige Events

Neben derart großen repräsentativen Veranstaltungen organisiert ELF zahlreiche, höchst unterschiedliche, Events, darunter partizipative Panel Talks, Workshops, Seminare und Trainings mit dem Ziel, einerseits den fachlichen Austausch mit Stakeholdern zu voranzubringen, neue liberale Lösungsansätze zu entwickeln und die Kompetenzen der teilnehmenden Liberalen in Sachen Kommunikation, Verhandlung und Strategie zu stärken. 

Evidenzbasierte Publikationen

Der Diskurs zu liberalen Lösungsansätzen auf dringliche Fragen der Gegenwart findet nicht nur bei ELF-Veranstaltungen den notwendigen Raum, sondern auch in Form der thematisch sehr vielfältigen Publikationen

Mit dem Ziel, ein freieres, gerechteres und prosperierendes Europa nachhaltig zu schaffen und aufrechtzuerhalten, publiziert ELF in Zusammenarbeit mit weltweit anerkannten liberalen Thinktanks und Wissenschafter:innen evidenzbasierte Studien mit klaren politischen Handlungsempfehlungen. Diese sollen letztlich Eingang in die Politik, sprich Politikgestaltung und Gesetzgebung erhalten und zugleich die interessierte Öffentlichkeit fundiert und faktenbasiert informieren. Über die neuesten Forschungsergebnisse und Policy-Empfehlungen kann man sich außerdem mittels der ELF-Podcast-Reihe informieren.

Transparenz großgeschrieben

Alle Tätigkeiten, ob nun Events oder Publikationen, sind auf der ELF-Website ausführlich dokumentiert. Die Publikationen kann man entweder als Hard Copy bestellen oder gleich selbst kostenfrei herunterladen. Die Themen reichen von zukunftsorientierter Wirtschaft über demografische Herausforderungen, Wohnen, Energiewende, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz bis zur Stärkung von Demokratie und Sicherheit in Europa.

Genauso wie liberale Positionspapiere können auch die ELF-Statuten, Jahresberichte sowie Finanzberichte online abgerufen werden. Zudem werden die Vorstandsmitglieder, also die ELF Board Members, grundsätzlich alle zwei Jahre gewählt bzw. wieder gewählt. Nicht selten zählen zu den Board Members auch Mitglieder des EU-Parlaments, die als Schnittstelle zwischen politischer Strategie und konkreter Umsetzung fungieren können.

Währenddessen ist das ELF-Sekretariat dem ELF-Vorstand zwar unterstellt, agiert gegenüber der ALDE-Partei jedoch völlig weisungsfrei. Ähnlich wie im Fall des NEOS Lab darf auch ELF als gemeinnütziger Verein mit dem Auftrag zu politischer Bildungsarbeit keine Wahlwerbung machen. 

Bewährte Zusammenarbeit zwischen Brüssel und Wien

Seit über zehn Jahren arbeiten ELF und NEOS Lab erfolgreich zusammen. Dazu gehören mannigfaltige Events sowohl in Brüssel als auch in Wien genauso wie auch verschiedene Studien und Forschungsarbeiten zu europäischer Energiesicherheit, zur Zukunftsfähigkeit der europäischen Wirtschaft genauso wie des EU-Haushalts, zum attraktiven und innovativen Arbeitsmarkt oder auch zu liberalen Gegenstrategien bezüglich geopolitischer Machtpolitik und Populismen, Infiltrierung von außen und hybrider Kriegsführung gegen Europa. Die ersten zehn Jahre der gemeinsamen erfolgreichen Aktivitäten sind daher erst der Anfang einer noch erwartbar langanhaltenden und nachhaltigen Zusammenarbeit für ein freies, liberales, demokratisches und prosperierendes Europa. 

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