Warum Raumplanung in Österreich so ein wichtiges Thema ist
Gemeindetage-Podcast 2026
Es ging heiß her in Graz. Bei den diesjährigen NEOS Lab Gemeindetagen beschäftigten wir uns mit Raumplanung und Ortskernbelebung. Das Ziel: Gemeinsam Raum für die Zukunft schaffen.

Vergangenes Jahr waren es an dieser Stelle die „Lustigen Liberalen in Linz“, die für einen augenzwinkernden Rückblick auf die NEOS Lab Gemeindetage herhalten durften. Heuer hätten es ebenso gut die „Hitzebeständigen in Graz“ sein können. Denn während anderswo über hitzefrei nachgedacht wurde, trafen sich in Graz jene, die Gemeinden nicht nur verwalten, sondern Zukunft gestalten wollen.
Es war heiß. Wirklich heiß. So heiß, dass die Schokolade in den Goodie Bags schon früh um ihre Form kämpfen musste. Manche Stücke schafften es gar nicht bis zur Kaffeepause. Andere flatterten auf geheimnisvolle Weise aus den Goodie Bags in die Hände besonders vorausschauender Teilnehmer:innen. In Zeiten extremer Temperaturen muss man schließlich Prioritäten setzen. Man könnte auch sagen: Ortskernbelebung beginnt beim Schokoladenbunkern.
Neben der Chocolaterie spielt auch die Patisserie in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Dabei ist Patriotismus ausnahmsweise von Vorteil: Man sollt auf Krapfen statt auf Donuts setzen.
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Der sogenannte Donut-Effekt beschreibt die Verödung von Ortskernen, während am Ortsrand neue Wohn- und Gewerbegebiete entstehen.
Das gegenteilige „Krapfen-Prinzip“ nutzt bestehende Gebäude und Leerstände im Ortskern.
Für eine kluge Raumplanung sollte man daher auf Krapfen statt auf Donuts setzen.
Doch weder Hitze noch Fußball hielten die Teilnehmer:innen davon ab, Raum für Zukunft zu schaffen. Denn genau darum ging es heuer: um Baukultur, um kluge Raumplanung und um die Frage, wie unsere Ortskerne wieder zu lebendigen Zentren werden können.
Dabei wurde einmal mehr deutlich: Ortsentwicklung ist weit mehr als die Gestaltung von Plätzen und Gebäuden. Es geht um Lebensqualität, um Begegnung, um Identität und um die Kunst, Bestehendes mit Neuem zu verbinden. Baukultur entsteht nicht am Reißbrett allein, sondern im Miteinander. Oder anders gesagt: Ein Ortskern wird nicht dadurch lebendig, dass man ihn am Computer schön einfärbt. Er wird lebendig, wenn Menschen zusammenkommen, Ideen teilen und gemeinsam Zukunft gestalten.
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Donut? Ortskern? Jedenfalls gilt: Raus aus der NEOS-Blase!
Zwischen Vorträgen, Workshops und Trainings wurde diskutiert, voneinander gelernt und über Gemeindegrenzen hinweg vernetzt. Erfahrungen wurden ausgetauscht, neue Perspektiven gewonnen und Kontakte geknüpft, die hoffentlich länger halten als die Schokolade im Foyer. Und wer dachte, bei 35 Grad würde die Konzentration schmelzen, wurde eines Besseren belehrt. Die Köpfe blieben kühl – zumindest jene, die sich nicht gerade gleichzeitig mit Nachverdichtung, Leerstandsmanagement und dem aktuellen Spielstand beschäftigten.
Überhaupt zeigte sich einmal mehr: Gute Gemeindeentwicklung ist kein Einzelbewerb. Sie lebt vom Austausch, von unterschiedlichen Perspektiven und von Menschen, die bereit sind, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Es wurde gelernt, diskutiert, genetzwerkt und gelacht. Viel gelacht. Denn manche Herausforderungen werden leichter, wenn man ihnen nicht nur mit Fachwissen, sondern auch mit einer Portion Humor begegnet.
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Vielleicht liegt genau darin das Erfolgsrezept der Gemeindetage. Während draußen die Hitze flimmerte und drinnen gelegentlich ein Handy diskret unter dem Tisch den aktuellen Spielstand verriet, wurde an nichts Geringerem gearbeitet als an der Zukunft unserer Gemeinden. Und das mit einer Gelassenheit, die beinahe beneidenswert ist. Denn wer bei 35 Grad und laufender Fußball-WM noch über Baukultur diskutiert, der beweist entweder große Leidenschaft – oder eine hervorragend funktionierende Klimaanlage.
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Danke Graz, es war ein Fest!
So bleiben von den Gemeindetagen 2026 nicht nur die Erinnerung an tropische Temperaturen, verschwundene Schokoladenbestände und den einen oder anderen inoffiziellen Fußball-Liveticker. Es bleiben Begegnungen, neue Ideen und die Gewissheit, dass selbst Hitze und Fußballbegeisterung die Gemeindeverantwortliche nicht davon abhalten, Raum für Zukunft zu schaffen.
Und vielleicht ist das die schönste Erkenntnis dieser Tage: Manches darf ruhig schmelzen. Die Schokolade zum Beispiel. Der Gestaltungswille für unsere Gemeinden gehört ganz sicher nicht dazu.