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Warum eigentlich ein ORF-Hearing?

Wir waren die ersten. Andere haben nachgezogen.

NEOS Lab Blog Header Kolumne Sodala - Helga - 09-2025-1600x899

Als wir angekündigt haben, ein Hearing mit den Kandidat:innen für die ORF-Generaldirektion zu veranstalten, war die Skepsis mancher Beobachter:innen spürbar.

  • Braucht es das wirklich?
  • Wozu soll das gut sein?
  • Warum soll eine Parteiakademie so etwas machen?

Fragen, die man in Österreich gut kennt. Ein Land, in dem gelegentlich länger darüber diskutiert wird, ob man etwas diskutieren sollte, als über das Thema selbst.

Gerade deshalb erschien uns die Idee von Anfang an erstaunlich naheliegend.

Der ORF ist eine der zentralen Institutionen dieses Landes. Er informiert, unterhält, bildet und begleitet Millionen Menschen im Alltag. Vor allem aber wird er von genau diesen Menschen finanziert. Die Bürgerinnen und Bürger sind nicht bloß Publikum – sie sind die Grundlage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Warum also sollte es keine öffentliche Gelegenheit geben, jene Menschen kennenzulernen, die diesen ORF künftig führen wollen?

Genau darum ging es bei unserem NEOS-Lab-Hearing.

Nicht um politische Inszenierung. Nicht um Gerüchte. Nicht um die in Österreich durchaus verbreitete Kunst, aus jedem Halbsatz eine Regierungsumbildung herauszulesen.

Sondern um Inhalte. Und weil zu dem Zeitpunkt, als wir es angekündigt haben, weit und breit niemand sonst bereit war, so etwas zu veranstalten – was für unsere Initiative spricht.

Wie sehen die Kandidat:innen die Zukunft des ORF? Welche Antworten haben sie auf die Herausforderungen der Digitalisierung? Wie wollen sie den öffentlich-rechtlichen Auftrag weiterentwickeln? Und wie stellen sie sich einen ORF vor, der auch in zehn oder zwanzig Jahren noch relevant ist?

Die erfreuliche Nachricht des Abends war: Das Interesse an diesen Fragen war deutlich größer als das Interesse an jeder Form von Nebengeräuschen.

Der Saal war voll, die Diskussion konzentriert, die Fragen direkt. Und die Kandidat:innen mussten nicht nur auftreten, sondern vor allem erklären.

Genau so sollte es sein.

Denn Demokratie erschöpft sich nicht im alle paar Jahre gesetzten Kreuzerl. Sie lebt vom Mitreden, Mitdenken und Mitgestalten. Und sie wird nicht durch Appelle stärker, sondern durch konkrete Gelegenheiten zur Beteiligung.

Genau eine solche Gelegenheit wollten wir als NEOS LAB schaffen – mit einem klaren Fokus auf inhaltliche Auseinandersetzung statt Inszenierung.

Spannend ist, was danach passiert ist: Plötzlich gab es weitere Hearings, weitere Diskussionsformate und weitere Versuche, die Bewerber:innen auch öffentlich zu befragen. Das ist begrüßenswert – und geschenkt. Und wenn dabei sogar unser Format übernommen wurde, mit Pitches, Auslosung und Diskussion, dann freuen wir uns darüber umso mehr. Gute Ideen sind schließlich nicht dafür da, exklusiv zu bleiben.

Nicht, weil wir uns als Trendsetter verstehen. Dafür sind wir viel zu bescheiden. Zumindest offiziell. Sondern weil es zeigt, dass gute Formate Wirkung entfalten können, wenn sie konsequent auf Inhalte setzen.

Als Parteiakademie ist es nicht unser Auftrag, Debatten zu verwalten. Unser Auftrag ist es, Diskussionen zu öffnen, neue Perspektiven einzubringen und Räume für Austausch zu schaffen. Manchmal bedeutet das auch, Dinge einfach zu tun, bevor sie selbstverständlich erscheinen.

Im besten Fall entstehen daraus neue Gespräche, neue Formate und neue Formen der Beteiligung.

Genau das ist hier passiert.

Und vielleicht liegt darin die eigentliche Erkenntnis dieses Hearings: Bürger:innenbeteiligung wird oft gefordert. Wirklich relevant wird sie erst, wenn man sie ernst nimmt – und den Inhalt ins Zentrum stellt.

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