
Europäische Souveränität darf nicht nur auf dem Fußballplatz gelten

Das EU-MERCOSUR-Abkommen ist mehr als ein Handelsvertrag – es ist ein Test für Europas Handlungsfähigkeit, strategische Autonomie und Glaubwürdigkeit als globaler Akteur. Die Fakten sprechen eine klare Sprache. Die rechtlichen Grundlagen sind solide. Die wirtschaftlichen Vorteile sind immens. Die geopolitischen Kosten des Scheiterns wären verheerend. Was es jetzt braucht, ist politischer Wille. Europa muss sich entscheiden: Führen durch Handeln – oder Folgen durch Zögern.
Die in diesem Policy Brief vertretenen Ansichten und Meinungen sind ausschließlich diejenigen des Autors und werden in persönlicher Eigenschaft geäußert. Sie spiegeln weder die offizielle Position, die Politik noch die Auffassungen des Europäischen Parlaments oder einer anderen Institution, Einrichtung, Stelle oder Agentur der Europäischen Union wider und dürfen auch nicht als solche ausgelegt werden.
Akim van der Voort ist Experte für Freihandel und Globalisierung mit langjähriger Berufserfahrung in europaweit und international agierenden Institutionen wie dem Europäischen Parlament, der Friedrich-Naumann-Stiftung und der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ). Im Rahmen der GIZ war er als Berater für Wirtschaftsintegration und Förderung des Handels bei der ECOWAS-Kommission und beim SADC-Sekretariat tätig. Studiert hat er internationales Handels- und Investitionsschutzrecht an der Universität Amsterdam und Wirtschaftsrecht sowie Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien.
In einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen, fragmentierter Lieferketten und von zunehmendem Protektionismus steht Europa vor einer fundamentalen Entscheidung. Das EU-MERCOSUR-Abkommen – nach über zwei Jahrzehnten Verhandlungen politisch abgeschlossen – würde in seiner endgültigen Form die weltgrößte Freihandelszone schaffen und europäischen Unternehmen Zugang zu einem Markt von 260 Millionen Menschen verschaffen (Grübler/Reiter 2021, 8).

Europäische Souveränität darf nicht nur auf dem Fußballplatz gelten
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