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In der Steiermark lag die Fremdbetreuungsquote für 0- bis 2-Jährige im Kindergartenjahr 2022/23 bei 19,9 Prozent - und war damit geringer als im bisherigen Schlusslicht Oberösterreich. Der aktuelle Monitoring-Bericht der Statistik Austria weist jedoch eine geringfügige Steigerung auf 20,8 Prozent aus. Das NEOS Lab hat daher beim Wirtschaftsforschungsinstitut EcoAustria eine Studie in Auftrag gegeben, die die Kosten für die Ausweitung des Kinderbetreuungsangebots (Kapazitäten und Zeiten) sowie den volkswirtschaftlichen Nutzen eines solchen Ausbaus errechnet.
Zur Untersuchung von Kosten und Nutzen des Ausbaus bzw. der Ausweitung der Kinderbetreuungsangebote in der Steiermark wurden zwei Szenarien sowie deren Kombination herangezogen:
Die Szenarien im Detail sowie alle Ergebnisse findest du in der Broschüre ab Seite 4.
Das Finanzieren von Kinderbetreuungsangeboten ist eine lohnenswerte Investition.
Eine Erweiterung der Kinderbetreuungsangebote ist nicht nur eine bildungs- und familienpolitische, sondern auch eine frauenpolitische Maßnahme. Studienergebnisse legen nahe, dass eine Erhöhung der Kinderbetreuungsquote um 10 Prozentpunkte die Frauenerwerbsquote um 3,7 Prozentpunkte erhöhen kann. Auf Basis dieser Annahmen kann ermittelt werden, wie sich die Ausweitung der elementarpädagogischen Angebote auf das Durchschnittseinkommen (und damit die Steuerleistung), die Kaufkraft, den Konsum sowie die auszuschüttenden Sozialleistungen auswirkt.
Dabei zeigt sich: Es ist davon auszugehen, dass mehr Eltern ins Erwerbsleben eintreten würden. Auch für bereits erwerbstätige Mütter würde eine Verbesserung der Betreuungsmöglichkeiten bedeuten, dass sie mehr Stunden pro Woche erwerbstätig sein könnten.
Die Aufschlüsselung dieser Simulationsergebnisse findest du in der Broschüre ab Seite 9.
Der Ausbau bzw. die Ausweitung der Kinderbetreuungsangebote erhöht in allen Szenarien die Markteinkommen der Steirer:innen.
Auch die Erweiterung der Öffnungszeiten um eine Stunde führt in der Simulation zu einer Erhöhung von Einnahmen und einer Steigerung des Konsums. Die Einnahmen aus Steuern und SV-Beiträgen steigen um rund 21 Millionen Euro, die Einnahmen aus indirekten Steuern steigen um knapp 3 Millionen Euro und der Konsum um 21 Millionen Euro (Gesamt: 45 Millionen Euro).
Eine Kombination beider Szenarien (Ausweitung der Betreuungsangebote und Erweiterung der Öffnungszeiten) könnte zu einem Gesamteffekt von bis zu 177 Millionen Euro führen.
Insgesamt ergibt sich in den einzelnen Szenarien des Ausbaus eine Steigerung des Bruttoregionalprodukts (BRP) in Höhe von 66 Millionen Euro bis 92 Millionen Euro.
Alle Ergebnisse im Detail findest du in der Broschüre ab Seite 11.
Studien im Auftrag des NEOS Lab zeigen für mehrere Bundesländer: Trotz der vergleichsweise hohen Kosten, die der strukturelle und personelle Ausbau der Kinderbetreuung mit sich bringen, überwiegt der volkswirtschaftliche Nutzen. Zudem führt frühkindliche Bildung zu besseren schulischen Leistungen und stellt den größten Hebel dar, Bildungsungerechtigkeiten zu reduzieren. (Clemens Ableidinger, März 2025)
Wirft man einen Blick auf die Betreuungsquoten der letzten Jahre, lässt sich durchaus Positives vermerken: In allen Bundesländern ist die Betreuungsquote der 0- bis 2-Jährigen gestiegen. Doch bis zum Erreichen der Barcelona-Ziele ist es noch ein weiter Weg. (Clemens Ableidinger, Oktober 2024)
Ob es ausreichende Kinderbetreuung gibt, die mit einer Vollzeitarbeit der Eltern vereinbar ist, hängt sehr davon ab, wo in Österreich man lebt. Das liegt auch daran, dass die Bundesländer die dafür vorgesehenen Mittel oft nicht abrufen. (Clemens Ableidinger, September 2024)
Nur wenige 0- bis 2-Jährige in Österreich werden außerhalb der Familie betreut, und auch unter jenen besuchen nicht alle eine elementarpädagogische Einrichtung, deren Öffnungszeiten mit einer Vollzeitarbeit der Eltern vereinbar sind. Der Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen wird häufig gleichstellungs- und bildungspolitisch diskutiert. Eine NEOS Lab-Studie zeigt: Er hat auch volkswirtschaftliche Vorteile. (Clemens Ableidinger, Juli 2024)
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